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17.12.2012 | Irak: Hinrichtung eines jungen Jemeniten blockiert

Die Exekution eines Jemeniten, der laut Familienangehörigen zur Zeit seiner Inhaftierung erst 16 Jahre alt war, wurde ausgesetzt, dies gaben ein irakischer Beamter und Menschenrechtsaktivisten letzte Woche bekannt. Die Behörden bestreiten derzeit, dass der Häftling noch minderjährig war, als er verhaftet wurde.

Sollte der Irak Saleh Moussa Ahmed al-Baidany hinrichten, wäre es laut Human Rights Watch seit 25 Jahren die erste Exekution eines zur Tatzeit Minderjährigen.

Wie der Vater des jungen Mannes gegenüber Human Rights Watch erklärte, wurde dieser im August 2009 vom US-Militär an der syrisch-irakischen Grenze aufgegriffen und später den irakischen Behörden übergeben. Diese befanden ihn terroristischer Straftaten schuldig und verurteilten ihn zum Tod.

Der Vater erklärte, sein Sohn habe bei seiner Großmutter gelebt, bevor er sich in den Irak aufmachte. Der Junge, dessen Alter er mit einer Geburtsurkunde beweisen könne, sei seinerzeit noch jung und ohne Lebenserfahrung gewesen, er hätte nicht in den Irak reisen sollen. Er hoffe, das Land gewährt seinem Sohn Milde.

Da al-Baidany keine Ausweispapiere bei sich hatte, erfolgte eine medizinische Einschätzung seines Alters, die zum Ergebnis kam, dass er zum Zeitpunkt der Verhaftung etwa 22 Jahre alt gewesen sein soll. Irakische Gesetze verbieten die Hinrichtung jugendlicher Straftäter.

Nach dem Vollstreckungsaufschub verbleibt der Jemenit dennoch im Todestrakt, sein Schicksal ist unklar.

Auch die Hinrichtung des Libyers Adel Shalani wurde laut Busho Ibrahim, dem stellvertretenden Justizminister des Irak, vergangene Woche blockiert.

Human Rights Watch hat sich besorgt gezeigt, man könne Shalani hinrichten, ohne dass Einzelheiten seines Falls bekannt gemacht wurden.

Bislang wurden dieses Jahr 129 Menschen im Irak hingerichtet, mehr als in den Jahren davor. Die meisten Todesurteile ergehen, wenn terroristische Akte ins Spiel gebracht werden. Internationale Beobachter halten es für möglich, dass die Todesstrafe häufig aus politisch motivierten Gründen verhängt wird, wie etwa gegen den flüchtigen Vizepräsidenten Tariq al-Haschimi.

Quelle: Associated Press

 

Links:

www.kansascity.com/2012/12/12/3961597/iraq-al-qaida-inmate-attempts.html

www.hrw.org/news/2012/12/09/iraq-halt-execution-yemeni-juvenile

www.hrw.org/news/2012/12/09/iraq-halt-execution-libyan-prisoner

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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