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18.06.2012 | Iran: Protest gegen Hinrichtungen von Iranern in Saudi-Arabien

Ausgerechnet der Staat, der bei beim Verhängen von Todesurteilen gegen seine Bürger nicht zimperlich ist und hinter China an zweiter Stelle steht in Bezug auf die Anwendung der Todesstrafe, zeigt sich empört über Hinrichtungen seiner Staatsangehörigen.

Ein hoher Beamter des Justizwesens hat die Exekution einer Reihe von Iranern in Saudi-Arabien stark verurteilt, es sei eine Verletzung des Völkerrechts.

Alaeddin Boroujerdi, Vorsitzender des Außen- und Sicherheitspolitischen Ausschusses des Parlaments, erklärte am Samstag: "Das Vorgehen Saudi-Arabiens verstößt gegen internationale Abkommen und Bestimmungen und der Außenminister des Landes (Saud al-Faisal) muss von der Öffentlichkeit im Iran zur Rechenschaft gezogen werden. Die iranischen Staatsbürger seien hingerichtet worden, ohne dass man ihnen zuvor den Drogenbesitz überhaupt nachgewiesen habe, dessen sie angeklagt waren; das sei völkerrechtlich unzulässig.

Boroujerdi zufolge wurde den Häftlingen von der saudischen Regierung der Zugang zu konsularem Beistand verwehrt, ebenso wie das Recht auf einen Verteidiger und einen Dolmetscher, was einen eklatanten Verstoß gegen ihre Menschenrechte darstelle.

Press TV berichtete am 18. April dass acht iranische Seeleute ohne ordentliches Verfahren in der Stadt Dammam hingerichtet worden seien.

Wie Al-Tagheer, ein saudischer Nachrichtenkanal, bekannt gab, wurden die Exekutionen am 15. April auf Geheiß des saudischen Innenministeriums durchgeführt.

Am 30. Mai sollen laut der persischsprachigen Nachrichten-Webseite Tabnak in Dammam weitere zehn Iraner von saudischen Beamten exekutiert worden seien. Insgesamt seien es ursprünglich 25 Iraner gewesen, die im Gefängnis von Dammam inhaftiert waren.

Es handle sich bei den Gefangenen um iranische Seeleute, die sich vor sechs Jahren 70 Seemeilen entfernt von der saudischen Küste in internationalen Gewässern mit ihrem Boot auf Fischfang befanden, als man sie verhaftete und ihnen Drogenbesitz vorwarf.

Am 11. Juni wurde der saudische Beauftragte ins iranische Außenministerium einbestellt, wo man ihm darlegte, dass Teheran Protest einlege gegen die Hinrichtungen und die Angelegenheit von den entsprechenden Organisationen weiterverfolgen lassen werde.

Das iranische Außenministerium beabsichtigt die Entsendung einer Delegation nach Saudi-Arabien in dieser Sache.

Quelle: Press TV

 

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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