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27.09.2012 | Japan: Zwei Häftlinge gehängt

Heute früh wurden in den Gefängnissen Sendai und Fukuoka zwei Todesurteile vollstreckt. Es könnte der Auftakt zu weiteren Exekutionen unter dem neuen Justizminister sein.

Die 65-jährige Sachiko Eto war die erste Frau seit 15 Jahren, die in Japan hingerichtet wurde. Zusammen mit der Hinrichtung des 39-jährigen Yukinori Matsuda im Gefängnis von Fukuoka wurden damit laut Amnesty International in diesem Jahr bereits sieben Menschen von Staats wegen getötet, nachdem zuvor etwa 20 Monate lang keine Todesurteile vollstreckt worden waren.

Eto war 2002 für Mord und fahrlässige Tötung verurteilt worden. Matsuda erhielt 2005 in Kumamoto die Todesstrafe für die Ermordung von zwei Personen. Es fand keine vorgeschriebene Revision seines Falls statt, was die Frage aufwirft, ob der vom internationalen Recht empfohlene juristisch erforderliche Ablauf eingehalten wurde.

Amnesty gibt die Zahl der Todestraktinsassen mit 130 an. Die Organisation befürchtet, der seit vier Monaten amtierende Justizminister und Todesstrafenbefürworter Makoto Taki könnte jederzeit weitere Exekutionen verfügen. Zuletzt hatte er am 3. August zwei Vollstreckungsanordnungen unterzeichnet.

Die heutigen Exekutionen kamen unerwartet, da die regierende Demokratische Partei als Wahlversprechen zugesagt hatte, eine nationale Debatte über die Anwendung der Todesstrafe in Japan herbeizuführen.

Zum Tode Verurteilte erfahren meist erst am Morgen ihrer Hinrichtung von der unmittelbar bevorstehenden Vollstreckung, ihre Angehörigen werden in der Regel erst hinterher davon in Kenntnis gesetzt.

Quelle: Amnesty International

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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