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14.12.2012 | Jemen: Zur Tatzeit minderjährige Frau hingerichtet

Zum zweiten Mal in diesem Jahr wurde im Jemen die Todesstrafe gegen eine zur Tatzeit noch nicht volljährige Person vollstreckt.

Jean Zermatten, Vorsitzender des UN-Ausschusses für die Rechte des Kindes, drückte seine tiefe Betroffenheit über die Hinrichtung einer jugendlichen Verurteilten aus.

"Nach den uns vorliegenden Informationen war Hind Al-Barti zum Strafzeitpunkt 15 Jahre alt", sagte Zermatten.

Man hatte sie vor etwa sieben Jahren festgenommen und sie angeklagt, ein Mädchen getötet zu haben. Sie soll am 3. Dezember von einem Erschießungskommando exekutiert worden sein.

Damit wurden 2012 im Jemen zwei Jugendliche unter 18 exekutiert, zwischen 2006 und 2010 waren es sogar 14.

Noch 21 weitere Kinder wurden schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt. Laut einer Presseerklärung des UN-Ausschusses war eines der Kinder zu der Zeit erst 13 Jahre alt.

Zermatten verfügt über die Information, dass die Todesurteile von zwei zur Tatzeit 15-Jährigen, Waleed Hussein Haikal und Mohammad Abduh Qasim al-Taweel, sowie dem damals 13-Jährigen Mohammad Taher Samoum in Ibb vom Obersten Gerichtshof bestätigt worden seien. Er appellierte an den Jemen, die Hinrichtung aller zur Tatzeit Minderjährigen auszusetzen und diese aus dem Todestrakt zu verlegen.

Der Jemen hatte dem Ausschuss 2005 versichert, es seien Gesetze im Strafgesetzbuch aufgenommen worden, die die Todesstrafe, Folter und andere grausame, unmenschliche und entwürdigende Behandlung oder Bestrafung von Kindern unter 18 Jahren verbieten.

Quellen: Muslim News, The Examiner

 

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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