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21.06.2012 | Mississippi: Gary Simmons hingerichtet - Rekordjahr an Hinrichtungen erwartet

Am Mittwoch wurde die sechste Hinrichtung in Mississippi in diesem Jahre durchgeführt, weitere Hinrichtungen werden für dieses Jahr erwartet. Damit wird die Hinrichtungszahl im Staat die höchste seit den 50er Jahren sein, in denen noch wesentlich mehr Straftaten mit dem Tode geahndet wurden.

Der Metzger Gary Carl Simmons wurde gestern hingerichtet. Er wurde für schuldig befunden, 1996 mit einem Metzgermesser einen Mann zerstückelt und dessen Körperteile im von Alligatoren verseuchten Bayou verstreut zu haben.

Adam Lee, der Sprecher der Gefängnisbehörde, sagte, die Hinrichtung Gary Simmons (49) habe im Mississippi State Penitentiary, Parchman, mittels tödlicher Injektion stattgefunden. Simmons sei um 18.16 Uhr Ortszeit für tot erklärt worden.

Simmons wurde im August 1996 für den Mord an dem 21-jährigen Jeffery Wolfe zum Tode verurteilt.

Gerichtsunterlagen zufolge fuhren Wolfe und seine Freundin von Houston nach Mississippi, um dort Drogenschulden in Höhe von 12.000 bis 20.000 US$ einzutreiben. Doch als sei zu Simmons Haus kamen, sagten Simmons und dessen Komplize Timothy Milano, sie hätten weder die Drogen noch das Geld.

Ein Streit brach aus und Milano erschoss Wolfe mit einem Gewehr Kaliber 22.

Simmons fesselte die Hände und Füße von Wolfes Freundin hinter deren Rücken und sperrte sie zunächst in einen Schuhschrank. Später holte er sie wieder aus dem Schrank und vergewaltigte sie.

Danach sperrte er sie wieder in den Schrank und ging ins Badezimmer, wo er Wolfes Körper mit Messern, die er auf seiner Arbeitsstelle geschärft hatte, ausweidete und zerstückelte.

Dann verstreuten Simmons und Milano die Überreste des Opfers im sumpfigen Flussland hinter Simmons Grundstück. In dieser Zeit gelang es Wolfes Freundin zu entkommen und bei den Nachbarn die Polizei zu rufen.

Simmons wurde im August 1997 wegen Entführung, Vergewaltigung und schwerem Mord zum Tode verurteilt. Milano erhielt eine lebenslängliche Haftstrafe.

Simmons war der 22. Mann, der in diesem Jahr in den Vereinigten Staaten, der dritte Häftling, der in diesem Monat im Staat Mississippi hingerichtet wurde.

Mississippi hat in diesem Jahr bereits sechs Hinrichtungen durchgeführt, die höchste Anzahl der Hinrichtungen im Staat seit 1956, als acht Menschen hingerichtet wurden. Damals kam die Todesstrafe noch für eine wesentlich höhere Anzahl von Delikten zum Einsatz.

Derzeit befinden sich 51 Gefangene im Todestrakt von Mississippi, in allen 51 Fällen sind Gerichtsverfahren anhängig.

"Der Grund für den Anstieg von Hinrichtungen in diesem Jahr ist, dass die Berufungsmöglichkeiten vieler Häftlinge ausgeschöpft sind", sagt Phillip Broadhead, Juraprofessor an der Universität von Mississippi.

Er schreibt die Rekordzahl an Hinrichtungen einer natürlichen Überschneidung in den Berufungsverfahren zu, die durch Gerichtsverfahren in den späten 90er Jahren verursacht wurden, welche den Berufungsprozess beschleunigten.

Nach dem Gesetz von Mississippi kann die Todesstrafe für schweren Mord und Luftpiraterie ausgesprochen werden. Momentan befindet sich niemand wegen der zweitgenannten Straftat im Todestrakt. "Schwerer Mord" wird durch das Gesetz des Staates definiert als Mord, der während der Begehung einer weiteren Straftat verübt wird. Es steht der Staatsanwaltschaft frei, ob sie die Todesstrafe verlangt oder nicht.

(Quellen: Daily Mississippian Online und Reuters)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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