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14.11.2012 | Ohio: Brett Hartman per Giftinjektion hingerichtet

Am Dienstag wurde im Staatsgefängnis von Lucasville Brett Hartman mit einer Überdosis Pentobarbital hingerichtet. Er war verurteilt worden, am 9. September 1997 ganze 138-mal auf seine damalige Freundin Winda Snipes eingestochen, ihre Kehle aufgeschlitzt und ihre Hände abgetrennt zu haben.

Hartman hatte zugegeben, am Morgen des Tages mit Snipes in deren Wohnung Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. Als er am gleichen Tag später in die Wohnung zurückkam, habe er dort ihre verschandelte Leiche entdeckt und sei in Panik geraten. Bevor er den Notruf absetzte, habe er noch versucht, ein wenig sauberzumachen.

Hartman beteuerte immer wieder seine Unschuld. Seinen Anwälten zufolge seien einige wichtige Beweise vom Tatort nicht hinreichend untersucht worden, darunter auch Fingerabdrücke und die Leiche selbst.

Die Verteidiger Hartmans verwiesen zudem auf ungewöhnliche Umstände in der Kindheit ihres Mandanten, wenn man schon dessen Unschuld als nicht erwiesen ansehe. So habe ihn seine Mutter in jungen Jahren verlassen; er habe bei einer Tante in einem abgeschiedenen Indianerreservat gelebt. Im Gefängnis sei seine Führung vorbildlich gewesen, er habe sich intensiv mit Religion befasst, sich als Künstler weitergebildet und auch sozial engagiert.

Der Bundesstaat hielt dem entgegen, dass die Beweislage aussagekräftig sei und Gerichte wiederholt an der Verurteilung festgehalten hätten. Auch habe Hartman nicht die Verantwortung für die Tat übernommen und keine Reue gezeigt.

Der Begnadigungsausschuss von Ohio kam aufgrund der bei dem Mord an den Tag gelegten Brutalität und der Fülle an Beweisen dreimal einstimmig zum Ergebnis, ihm keine Gnade zu gewähren.

Bereits 2009 stand er eine Woche vor Urteilsvollstreckung, als ein Bundesgericht einen Aufschub verhängte, damit er Beweise für seine Unschuld beibringen könne. Da Hartmans Klage nicht erfolgreich war, sollte er letztes Jahr exekutiert werden, doch auch dieser Termin fand nicht statt, weil eine Klage auf Bundesebene die Anwendung der Todesstrafe in Ohio anfocht.

Anders als bei früheren Hinrichtungen mit einem einzigen Präparat, schien das verwendete Pentobarbital erst nach etwa vier Minuten zu wirken. Hartmans Oberkörper hob und senkte sich dann mehrfach sichtbar, er hustete und bewegte seinen Kopf einige Augenblicke lang rhythmisch hin und her. Er wurde um 10:34 Uhr für tot erklärt.

Quelle: Associated Press

 

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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