zurück zur Übersicht

08.10.2012 | Pennsylvania: Drei Hinrichtungstermine diese Woche

Pennsylvania hat seit Wiedereinführung der Todesstrafe 1978 gerade einmal drei Verurteilte hingerichtet, alle drei hatten freiwillig weitere Berufungsmöglichkeiten aufgegeben. Nun sollen wieder Urteile vollstreckt werden, allein diese Woche drei.

Letzte Woche sollte die erste Hinrichtung seit 1999 durchgeführt werden, und diesmal ging es mit Terrance Williams erstmals um einen Häftling, der keineswegs auf die ihm offenen juristischen Mittel verzichtet hatte. Der Oberste Gerichtshof von Pennsylvania stoppte die Exekution dann doch kurzfristig und hob das Strafmaß vorerst auf, da den Geschworenen wichtige Informationen vorenthalten worden waren, die die Höhe der Strafe beeinflussen konnten - der Schuldspruch bleibt jedoch bestehen.

Während der Oberste Gerichtshof Williams die Vollstreckung ersparte, erging zeitgleich in Adams County ein neues Todesurteil. Der 29-jährige Christopher L. Johnson wurde mit dem Tod bestraft im ersten großen Mordfall von Adams County seit 1999. Wann und ob dieses Urteil vollstreckt wird, kann niemand sagen.

Derzeit befinden sich in Pennsylvania 200 Häftlinge in der Todeszelle, von ihnen sind 113 schwarz, 67 weiß, 18 sind Hispanics und zwei asiatischer Herkunft. Drei der Verurteilten sind Frauen. Laut der Gefängnisbehörde überprüft der Oberste Gerichtshof des Bundesstaats nach Verhängung der Todesstrafe jeden Fall, wobei er entweder das Urteil aufrecht erhält oder es aufheben und stattdessen lebenslange Haft verhängen kann. Bestätigt er es, landet der Vorgang im Büro des Gouverneurs. Nur dieser kann einen Hinrichtungstermin festsetzen, indem er einen sogenannten "governor's warrant" unterzeichnet.

Vollstreckt wird die Todesstrafe per Giftinjektion im Gefängnis von Rockview in Centre County. Der Gefängnisbehörde zufolge war Pennsylvania der erste US-Bundesstaat, der Verurteilte ab 1834 nicht mehr öffentlich hängen ließ, sondern innerhalb der Gefängnismauern. Im Jahr 1913 wurde der elektrische Stuhl eingeführt, auf dem zwischen 1915 und 1962 insgesamt 350 Häftlinge exekutiert wurden. Er wurde zum letzten Mal am 2. April 1962 eingesetzt - damals wurde Elmo Smith hingerichtet wegen Vergewaltigung und Ermordung eines 17-jährigen Mädchens.

Unter dem Justizminister Fred Speaker wurde die Todesstrafe 1971 als nicht in Einklang mit der Verfassung abgeschafft. Sieben Jahre später ermöglichten Änderungen und Ergänzungen, sie wieder einzuführen.

Morgen soll nach 13 Jahren Hinrichtungpause das Todesurteil an Terry Chamberlain vollstreckt werden, Andre Staton soll übermorgen an der Reihe sein und David Ramtahal am Donnerstag. Für Anfang November wurde der Hinrichtungstermin für Hubert Michael Jr. angesetzt.

Quellen: The Evening Sun, Rick Halperin

 

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

zurück zur Übersicht