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30.07.2012 | Saudi-Arabien: Vor Hinrichtung bewahrt

 

Ein Saudi, der für die Ermordung eines Landsmanns zum Tode verurteilt war, wurde vor der Urteilsvollstreckung verschont, nachdem König Abdullah an den Vater des Opfers appelliert hatte, ihn zu begnadigen.

Abdullah Nassir Al Qahtani wartete seit sieben Jahren im Gefängnis darauf, enthauptet zu werden, bis er von den Wärtern erfuhr, dass seine Bestrafung aufgehoben worden sei.

Er habe jeden Tag mit seiner Hinrichtung gerechnet und jeder Tag sei ihm wie ein ganzes Jahr vorgekommen, sagte er gegenüber der Tageszeitung Okaz. Er sei der Familie des Opfers sehr dankbar und wolle von nun ein gutes Mitglied der Gesellschaft sein.

Das in Saudi-Arabien sehr strikt befolgte islamische Recht sieht vor, dass bei Annahme von Blutgeld durch die Familie des Opfers der Angeklagte begnadigt wird und auf freien Fuß gesetzt wird..

Ein anderer Saudi, der einen Mann indischer Herkunft beim Überqueren der Fahrbahn umgestoßen, dabei getötet hatte und dann weglief, spürte das Gewicht der Schuld und zahlte vier Jahre nach dem Vorfall Blutgeld.

Der namentlich nicht bekannte Mann klemmte einen Umschlag mit einem Betrag im Wert von über 26.000 Euro in Riad hinter den Scheibenwischer am Wagen des Mannes, bei dem das Opfer angestellt gewesen war. In einem beigefügten anonymen Brief erklärte er, es handle sich um das Blutgeld für das Opfer und durch diese Zahlung habe er seine Schuld beglichen und sich von ihr losgesprochen.

Quelle: emirates247

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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