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06.04.2012 | Saudi-Arabien/Indonesien: 22 Häftlinge aus Todestrakt freigelassen

In Saudi-Arabien wurden 22 Todestraktinsassen entlastet und konnten mittlerweile in ihr Heimatland Indonesien zurückkehren. 25 Dienstmädchen müssen noch mit ihrer Hinrichtung im Königreich rechnen.

Hendrar Pramutyo, Sprecher der indonesischen Botschaft in Riad, kündigte an, seine Regierung werde am 7. April eine 14-köpfige Arbeitsgruppe zu Gesprächen nach Saudi-Arabien entsenden, um in Zusammenarbeit mit der Botschaft den Hausangestellten noch bessere Unterstützung geben zu können. Die Botschaft wie auch das Konsulat in Dschidda arbeiteten fieberhaft daran, Begnadigungen für die indonesischen Arbeitnehmer zu erwirken.

Einer indonesischen Zeitung zufolge befinden sich insgesamt 167 Indonesier in Todestrakten. 117 wurden in Malaysia verurteilt, 20 in China, 25 in Saudi-Arabien und zwei in Singapur. Es bestehe noch die Möglichkeit, dass die Häftlinge entlastet oder vom König begnadigt werden.

Pramutyo gab an, die Gesamtzahl der Indonesier, die in saudischen Gefängnissen eine Haftstrafe verbüßen, betrage 1.700. Es sei der Amnestie der saudischen Regierung zu verdanken, dass eine große Anzahl von ihnen auf freien Fuß gesetzt wurde und inzwischen nach Indonesien zurückkehren durfte.

Die Arbeitsgruppe sei im Juli 2011 ins Leben gerufen worden, um Arbeitsmigranten im Ausland schützen zu können, insbesondere wenn ihnen die Todesstrafe droht. Sie sei seither mehrfach nach Saudi-Arabien gereist und habe um Erlaubnis gebeten, Gefängnisse im Land zu besuchen.

Zur Zeit untersagt Indonesien den Arbeitsvermittlungen, Arbeitskräfte nach Saudi-Arabien, Jordanien, Syrien und Kuwait zu vermitteln.

Quelle: Arab News

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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