zurück zur Übersicht

20.06.2012 | Saudi-Arabien/Jordanien: Etwa zwei Dutzend Jordanier von Hinrichtung bedroht

Angehörige der etwa 25 jordanischen Staatsbürger, die in Saudi-Arabien bereits in den kommenden Tagen enthauptet werden könnten, haben ihre Regierung aufgefordert einzugreifen. Die Verurteilten wurden schuldig gesprochen, Drogen geschmuggelt zu haben.

Die Familien der Häftlinge glauben an deren Unschuld und befürchten, dass das Urteil in Kürze vollstreckt wird. Ein Angehöriger bat die jordanische Regierung, seinen Bruder und die anderen zum Tod Verurteilten auf die Liste der aus Riad auszutauschenden Gefangenen setzen zu lassen. Vor einigen Monaten wurde eine Vereinbarung unterzeichnet, die den Austausch politischer Häftlinge der beiden Nationen betrifft.

Abd Al Karim Shraideh, Direktor der Menschenrechtsorganisation AOHR in Amman, hat sich nach eigenem Bekunden mehrfach erfolglos bemüht, das jordanische Außenministerium in dieser Sache zu kontaktieren, damit es gegen die Urteilsvollstreckung aktiv wird. Er könne kein ernsthaftes Engagement der Regierung für im Ausland inhaftierte Landsleute erkennen.

Shraideh zufolge befinden sich über 100 Jordanier in Haft in Saudi-Arabien, 17 von ihnen aus politischen Gründen. Insgesamt befinden sich 1293 Jordanier im Ausland im Gefängnis, die meisten wegen Straftaten, ein Teil mit politischem Hintergrund. Laut AOHR verteilen sich die politischen Gefangenen wie folgt: 252 in Syrien, 52 im Irak, 17 in Saudi-Arabien, 27 in Israel, 5 in den USA und 6 in Iran.

Nach dem Tod des Kronprinzen könnten Urteilsvollstreckungen sich nun jedoch verzögern, so Shraideh.

Quelle: Ammon News

 

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

zurück zur Übersicht