zurück zur Übersicht

08.06.2012 | Sudan: Drohende Steinigung

Eine Frau in Sudan wurde am 13. Mai wegen Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilt.

Der Ombada General Criminal Court sprach Intisar Sharif Abdallah, Mutter von drei Kindern, unter Artikel 146 des sudanesischen Strafgesetzbuchs schuldig. Ihr Alter ist nicht genau bekannt, Human Rights Watch gab es mit "unter 18" an, Amnesty International zufolge sei sie 20 Jahre alt.

Abdallah stritt die Anschuldigungen zunächst ab, doch der Organisation Equality Now zufolge soll sie von ihrem Bruder geschlagen worden sein, danach habe sie gestanden, Ehebruch begangen zu haben. Die Verurteilung beruhe ausschließlich auf ihrem unter Druck erwirkten Geständnis, man habe ihr zudem im Prozess keinen Dolmetscher zugestanden, obwohl Arabisch nicht ihre Muttersprache sei.

Abdallah befindet sich derzeit mit ihrem vier Monate alten Sohn im Frauengefängnis von Omdurman und wartet auf ein Revisionsverfahren.

Ihr Mitangeklagter leugnete die Anklagepunkte und wurde nicht strafrechtlich verfolgt.

Sudan ist eines von insgesamt nur sieben Ländern, wo als Strafe die Steinigung verhängt werden kann. Dazu gehören Pakistan, Iran, Jemen, die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien sowie einige Bundesstaaten in Nigeria.

Human Rights Watch weiß von mehrern Frauen in Sudan, die gesteinigt werden sollten, doch bislang hätten die Gerichte in der Revision noch alle Urteile revidiert. Es seien zumeist Frauen, die wegen Ehebruchs verurteilt würden, insofern werde das Gesetz überproportional auf sie angewendet.

Quelle: International Business Times

 

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

zurück zur Übersicht