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26.09.2012 | Texas: Cleve Foster hingerichtet

Im Bundesstaat Texas wurde Dienstag Abend Cleve Foster hingerichtet. Die Urteilsvollstreckung wurde im Jahr 2011 dreimal aufgeschoben.

Cleve Foster und sein Mitbewohner Sheldon Ward waren verurteilt worden, 2002 in Fort Worth Nyanuer „Mary“ Pal getötet zu haben. Foster erhielt das Todesurteil unter der in Texas geltenden Regelung „law of parties“, bei der die bloße Anwesenheit bei einem Kapitalverbrechen genügt, die Höchststrafe zu bekommen. Ward wurde in einem separaten Verfahren als Haupttäter ebenfalls verurteilt; er starb 2010 im Todestrakt an Krebs.

Im Prozess präsentierte die Anklage Beweise, denenzufolge Mary Pal nicht an der Stelle erschossen wurde, wo man ihre Leiche fand. Ward hätte es nicht schaffen können, ihren Körper alleine dorthin zu tragen. Da Foster und Ward als unzertrennlich galten und entsprechend der DNA-Beweise beide Angeklagten Geschlechtsverkehr mit dem Opfer gehabt haben müssen, erhielten beide Männer von den Geschworenen die Todesstrafe.

Fosters Anwälte hatten bis zuletzt versucht, die Hinrichtung aufzuhalten, da Ward vor seinem Tod in Haft eine Nachricht geschrieben hatte, die Foster als unschuldig entlastete, er habe allein gehandelt. Des weiteren sei ihr Mandant im Hauptverfahren nur unzureichend anwaltlich vertreten worden, da seine damaligen Anwälte es unterließen, den Geschworenen entlastende Beweise zu präsentieren. Bereits früher hatte Ward demnach gestanden, den Mord alleine begangen zu haben.

Auch hätten Fosters frühere Rechtsvertreter versäumt, eigene Sachverständige zu den Blutspritzern aussagen zu lassen. Damit hätte die Theorie des Staatsanwalts widerlegt werden können, dass Foster und Ward das Opfer an einem Ort töteten und die Leiche dann woanders hintrugen.

Der Bundesstaat Texas hatte den Anträgen von Fosters Anwälten gegenüber dem Obersten US-Gerichtshof widersprochen. Justizminister Greg Abbott sagte, Foster habe keinerlei schlagkräftige Argumente für seine Sache vorbringen können, und es gebe auch keine.

Der Oberste Gerichtshof der USA lehnte mit sechs zu drei Stimmen ab, die Exekution ein viertes Mal aufzuschieben - wie der knappe Beschluss angab, hätten Ruth Bader Ginsburg, Elena Kagan und Sonia Sotomayor sie lieber gestoppt. Nur wenige Stunden später verabreichten Gefängnisbeamte dem Häftling eine Überdosis Pentobarbital. 25 Minuten später wurde Cleve Foster um 18:43 Uhr Ortszeit für tot erklärt.

Quelle: Associated Press

 

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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