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02.06.2012 | Texas: DNA-Tests im Fall Skinner

Nach langjährigem Widerstand gegen DNA-Tests, die Skinner nach dessen Angaben entlasten könnten, hat das Büro des Justizministers von Texas am 1. Juni beim Texas Court of Criminal Appeals nun doch einen Antrag befürwortet, bislang ungetestete Beweisgegenstände zu prüfen.

Der heute 50-jährige Hank Skinner war verurteilt worden, seine Freundin Twila Busby und deren zwei erwachsene Söhne am Silvesterabend 1993 in Pampa getötet zu haben. Skinner beteuert bis heute seine Unschuld, da er zu der Zeit aufgrund des Konsums von Alkohol und Kodein bewusstlos auf dem Sofa gelegen habe.

Juristen des Bundesstaats formulierten in ihrer Empfehlung: „Nach genauerer Betrachtung ist der Staat der Auffassung, dem Interesse der Justiz wäre am besten gedient, wenn die von Skinner geforderten DNA-Tests an Beweismitteln sowie an weiteren vom Staat bestimmten Gegenständen durchgeführt würden.“

Man hatte Skinner diese erst nach seinem Strafprozess geforderten Analysen verweigert mit dem Hinweis, er hätte sie zu einem früheren Zeitpunkt beantragen können, sich jedoch dagegen entschieden. Außerdem könnten sie gar nicht Skinners Unschuld beweisen und würden lediglich dazu dienen, anderen Häftlingen einen Anreiz zu bieten, Urteilsvollstreckungen hinauszuzögern.

Bei den Beweisgegenständen, um die es Skinner geht, seit er 2000 deren Auswertung gerichtlich beantragte, handelt es sich u.a. um Gewebe unter Busbys Fingernägeln, Schweiss und Haare von einer Herrenjacke, ein blutiges Handtuch und Messer. Skinners Verteidiger Rob Owen möchte dem Strafgerichtshof anhand der nun gewährten Untersuchungen darlegen, falls dort gefundene DNA-Spuren auf eine andere Person deuten, es berechtigte Zweifel an der Schuld seines Mandanten gebe.

Im Mai fand vor dem Texas Court of Criminal Appeals eine Anhörung statt, bei der neun Richter Anwälte für den Bundesstaat in die Mangel nahmen, warum sie die Tests fortgesetzt blockierten.

In Texas wurden mindestens 45 Häftlinge nachträglich von ihrer Schuld freigesprochen aufgrund von DNA-Beweisen.

Quelle: Texas Tribune

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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