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29.03.2012 | Texas: Jesse Joe Hernandez wegen Kindsmord hingerichtet

Am Mittwochabend wurde der 47-jährige Jesse Joe Hernandez mit der Giftspritze hingerichtet. Der wegen sexueller Belästigung von Kindern vorbestrafte Hernandez war verurteilt worden, im April 2001 in Dallas den zehn Monate alten Karlos Borja erschlagen zu haben.

Hernandez und seine Frau wohnten seit drei Tagen bei einer jungen Mutter und ihren beiden Kindern in einer Wohnung ohne fließend Wasser. Während die Mutter als Serviererin arbeitete, sollten, die beiden als Babysitter auf Karlos und dessen 4-jährige Schwester aufpassen. Karlos wurde mit Schädelfraktur und Blutergüssen an Kopf, Schenkel und Unterleib ins Krankenhaus eingeliefert; eine Woche später wurden die lebenserhaltenden Geräte abgeschaltet. Seine Schwester wies ähnliche Verletzungen auf, die von Schlägen auf Kopf, Ohren und Augen herrührten, doch sie überlebte.

DNA-Spuren sowie ein schriftliches Geständnis führten zur Verurteilung Hernandez'. Er schrieb, er sei "einfach explodiert" und habe sie mit dem Handrücken geschlagen, "sie haben wirklich die ganze Zeit wegen nichts geheult".

Beim Strafmaß spielte es eine Rolle, dass Hernandez bereits verurteilt worden war wegen sexueller Belästigung eines Kindes sowie Drogenbesitzes, des weiteren habe er seine Exfrau mit einem Baseballschläger geschlagen, dem Kind einer Freundin Brandwunden mit einer Zigarette beigefügt und im Gefängnis sei eine Stichwaffe bei ihm gefunden worden.

Einer der letzten Anträge von Hernandez' Anwälten verwies darauf, die lebenserhaltenden Apparate seien verfrüht abgeschaltet worden, zudem seien auffällig hohe Werte von Pentobarbital in Karlos' Blut festgestellt worden - dem Medikament, das nun als erstes Mittel zur tödlichen Injektion verabreicht wurde.

Es war die 242. Hinrichtung in Texas unter Gouverneur Rick Perry und die 1289. in den USA seit Wiedereinführung der Todesstrafe 1976.

Quelle: Associated Press, Rick Halperin

 

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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