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16.06.2012 | USA/Missouri: Präparat für Hinrichtungen von deutschem Unternehmen

Das deutsche Pharmaunternehmen Fresenius Kabi aus Hessen, eine Tochter des DAX-Konzerns Fresenius, ist Hersteller des Narkosemittels Propofol. Nun könnte Propofol bald als alleiniger Wirkstoff für Hinrichtungen in Missouri und möglicherweise weiteren US-Bundesstaaten zum Einsatz kommen, wie ein Spiegel-Artikel recherchierte.

 

Seit Verknappungen und Lieferstopps anderer Medikamente, die bislang für Exekutionen per Injektion verwendet wurden, sind die amerikanischen Bundesstaaten, wo die Todesstrafe noch angewendet wird, auf der Suche nach Alternativen.

Als Narkosepräparat genießt Propofol einen guten Ruf, und es steht bislang nicht auf der EU-Liste, die den Export von Produkten kontrolliert, die für Folterzwecke oder Hinrichtungen missbraucht werden können. Doch dass eine Überdosierung den Tod zur Folge haben kann, ist nicht zuletzt seit dem Tod von Michael Jackson unter Beweis gestellt.

EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton hält sich fürs erste bedeckt, ob Propofol in diese Liste aufgenommen wird. Ihre Sprecherin erklärte: "Wir hoffen auf eine Neufassung im nächsten Jahr. Aber noch kann ich nicht sagen, ob es gerechtfertigt sein wird, Propofol auf die Liste zu setzen oder nicht. Man muss erst sehen, ob es tatsächlich für Hinrichtungen benutzt wird."

Lundbeck, der dänische Hersteller von Pentobarbital, das mehrfach für Hinrichtungen verwendet worden ist, ging dazu über, eine Endverbraucherklausel einzubauen, die eine Verwendung für Exekutionen ausschließt. Sollte Fresenius nicht auch dazu bereit sein, könnte Deutschland in Kürze direkt in die Anwendung der Todesstrafe in den USA verwickelt sein.

Den ungekürzten Spiegel-Online-Artikel finden Sie im Link.

 

Links:

www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/todesstrafe-in-usa-deutscher-konzern-liefert-wirkstoff-fuer-todesspritze-a-838941.html

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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