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22.10.2013 | Indien: Schuldirektorin droht Todesstrafe

In Bihar, einem der ärmsten Bundesstaaten Indiens, verursachte im Juli die Massenvergiftung von Schülern einen Aufschrei. Die Leiterin einer Grundschule wurde angeklagt, gemeinsam mit ihrem Mann vorsätzlich das Essen vergiftet zu haben, das Kindern ärmerer Familien kostenlos ausgegeben wird – 23 Kinder starben.

Die Schulspeisung für Bedürftige soll es Familien ermöglichen, ihre Kinder überhaupt in die Schule zu schicken. Das Projekt für Gratismittagessen war nach Korruptionsvorwürfen und Krankheitsausbrüchen in Misskredit geraten.

Die Direktorin Meena Devi und ihr Mann stehen seit heute wegen Mord, versuchtem Mord sowie Verschwörung unter Anklage. Ihnen wird vorgeworfen, Pestizide unter das Essen gemischt zu haben, um das Ansehen der Regierung ihres Bundesstaats zu schädigen.

Die Schulköchin sagte, Devi habe ihr befohlen, mit der Essensausgabe fortzufahren, obwohl einige Schüler den seltsamen Geschmack beanstandeten. Beamte warfen ihr vor, viele Kinder hätten gerettet werden können, wenn sie vorschriftsgemäß das Essen selbst probiert hätte.

Kurz nachdem Kinder erste Krankheitssymptome zeigten, floh die Direktorin.

Wie sich später herausstellte, enthielt das Senföl, mit dem die Mahlzeit zubereitet wurde, ein toxisches Pestizid, wie es Bauern der Region verwenden.

Vor der Schule demonstrierten aufgebrachte Eltern über die Nachlässigkeit und Verzögerung, mit der die Kinder ins Krankenhaus gebracht wurden. Einige beerdigten ihre Kinder aus Protest vor dem Schulgelände.

Quelle: Telegraph

 

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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