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15.03.2013 | Maryland: Abschaffung der Todesstrafe bedarf nur noch der Unterzeichnung

Als 18. US-Bundesstaat wird Maryland künftig niemanden mehr zum Tode verurteilen, dies wurde heute im Abgeordnetenhaus entschieden.

Nachdem bereits der Senat letzte Woche mit 27 zu 20 Stimmen dafür votiert hatte, diese Höchststrafe nicht mehr zu verhängen, entschied sich heute Nachmittag auch das Repräsentantenhaus mehrheitlich dafür, grünes Licht zu geben.

Nach einer leidenschaftlich geführten Debatte stimmten 82 für die Abschaffung und 56 dagegen.

Um Gesetzeskraft zu erlangen, bedarf die Vorlage lediglich der Unterzeichnung durch Gouverneur Martin O’Malley von den Demokraten. Dieser hatte jedoch selbst den Gesetzesentwurf mit eingebracht und daher dürfte der Abschaffung nun nichts mehr im Wege stehen.

Allerdings besteht für die Gegner der Entscheidung die Möglichkeit, dieses Thema 2014 in einem Referendum auch den Wählern unterbreiten zu lassen. Die Todesstrafe findet in der Bevölkerung Umfragen zufolge noch eine knappe Mehrheit.

Die Verurteilung der fünf noch im Todestrakt einsitzenden Häftlinge bleibt zwar von der bevorstehenden neuen Gesetzeslage unberührt, doch ist davon auszugehen, dass entweder deren Urteile in lebenslange Haft umgewandelt werden, oder aber der Bundesstaat davon absieht, seine Hinrichtungsvorschriften in eine gültige Fassung zu bringen, wie vom Court of Appeals vor sieben Jahren angeordnet.

Neben der katholischen Kirche und anderen Glaubensrichtungen hatte sich insbesondere die Bürgerrechtsorganisation NAACP für die Abschaffung der Todesstrafe engagiert.

Seitdem im Jahr 1638 erstmals Exekutionen aufgezeichnet wurden, sind über 300 Männer und Frauen von Gerichten in Maryland zum Tode verurteilt worden.

Die letzten fünf Hinrichtungen fanden zwischen 1994 und 2005 per Giftinjektion statt.

Quelle: Baltimore Sun

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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