zurück zur Übersicht

14.11.2013 | Ohio: Hinrichtung aufgeschoben wegen möglicher Organspende

Der Gouverneur von Ohio John Kasich verschob die für heute Vormittag festgesetzte Exekution des zum Tode verurteilten Ronald Phillips auf den 2. Juli kommenden Jahres. Bis dahin soll geklärt werden, ob der Häftling seine Organe an Angehörige spenden darf, die auf Transplantate warten.

Phillips erhielt die Todesstrafe, da er 1993 die dreijährige Tochter seiner Freundin vergewaltigt und getötet hatte.

Nachdem letzten Montag sein Gnadengesuch abgelehnt worden war und ihm keine Rechtsmittel mehr offenstanden, hatte er knapp 24 Stunden vor der geplanten Urteilsvollstreckung gebeten, sein Herz und eine Niere spenden zu dürfen. Laut Informationen der Los Angeles Times leidet seine Mutter an einer Nierenkrankheit, seine Schwester hat ein Herzleiden.

Gouverneur Kasich erachtet Phillips' Bitte nicht als Hinhaltetaktik, sondern als Wunsch, etwas Gutes zu bewirken.

Die Organentnahme bei zum Tode Verurteilten in den USA ist ungewöhnlich, eine geltende Regelung dafür gibt es offenbar nicht. Das Death Penalty Information Center weiss von einem Fall im Jahr 1995, damals durfte der Todestraktinsasse Steven Shelton seiner Mutter eine Niere spenden; zu der Zeit hatte er jedoch keinen Hinrichtungstermin.

Rein aus medizinischen Gründen sei es beispielsweise nicht möglich, das Herz eines Hingerichteten als Transplantat zu entnehmen, so die Sprecherin des Organspendeprogramms in Ohio. Nur Organe, die nicht unmittelbar lebenswichtig sind, kämen dafür in Frage.

Des weiteren seien ethische Bedenken zu berücksichtigen.

Quellen: Associated Press, Spiegel

 

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

zurück zur Übersicht