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25.09.2013 | Ohio: Kein neuer Prozess für ehemaligen Todestraktinsassen

Ein Berufungsgericht in Ohio bestätigte am 19. September die Entscheidung eines Gerichts, das alle Anklagepunkte gegen Thomas Keenan fallengelassen hatte, und untersagte, ihm erneut den Prozess zu machen.

Keenan erhielt für einen ihm zur Last gelegten Mord im Jahr 1988 die Todesstrafe. Sein ebenfalls zum Tode verurteilter Mitangeklagter Joseph D'Ambrosio wurde bereits 2012 in vollem Umfang freigesprochen - bei ihm griffen die gleichen Argumente wegen Fehlverhaltens des Bundesstaats, auf die man auch in Keenans Fall stößt.

Der Schuldspruch gegen Keenan wurde 2012 von einem District Court kassiert, da die Anklage der Verteidigung entscheidende Beweise vorenthalten hatte. Keenan wurde nach fast zwanzig Jahren im Todestrakt auf freien Fuß gesetzt, der Bundesstaat behielt sich jedoch vor, ihn erneut unter Anklage zu stellen.

Das Gericht erachtete die offensichtliche Rechtsbeugung für so eklatant und den Keenan zugefügten Schaden für so ungeheuerlich, dass es "im Interesse von Gerechtigkeit und Fairness" verbot, den Angeklagten weiterhin strafrechtlich zu verfolgen.

Die Staatsanwaltschaft kann die Entscheidung des Berufungsgerichts vor dem Obersten Gericht von Ohio noch anfechten. Sollte es jedoch dabei bleiben, will das Death Penalty Information Center Thomas Keenan wie zuvor bereits Joe d'Ambrosio - Fall 140 - in die Exoneree-Datei aufnehmen, in der ehemalige zum Tode Verurteilte aufgeführt werden, deren Schuldspruch nach rechtskräftiger Verurteilung wieder zurückgenommen werden musste.

Quelle: Death Penalty Information Center

 

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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