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14.08.2013 | Pakistan: Erstmals wieder Hinrichtungen geplant

Kommende Woche will Pakistan zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder vier Personen hinrichten. Die neue Regierung sagte kurz nach ihrer Wahl im Mai Verbrechen und militanten Gruppen den Kampf an.

Ein hoher Gefängnisbeamter in der Provinz Sindh im Süden des Landes kündigte an, vier Verurteilte - darunter zwei Kämpfer der radikalen sunnitischen Organisation Lashkar i Jhangvi -, würden zwischen dem 22. und dem 24. August im Gefängnis von Sukkur gehängt.

Ein anderer Beamter gab die Namen der beiden militanten Häftlinge an als Attaullah alias Qasim und Mohammad Azam alias Sharif. Gegen sie wurde 2004 die Todesstrafe verhängt, weil sie schuldig gesprochen waren, 2001 in Karatschi den schiitischen Arzt Ali Raza Peerani getötet zu haben.

Die Taliban verdammen die bevorstehenden Exekutionen als kriegerischen Akt und verbreiteten ein Pamphlet in der an Afghanistan grenzenden Region Waziristan, von wo aus viele militante Gruppen agieren.

"Sollten die Gefangenen hingerichtet werden, käme dies einer Kriegserklärung von seiten der PML-N [Regierungspartei von Nawaz Sharif] gleich", heißt es im Pamphlet.

Es sollen derzeit bis zu 8000 Häftlinge in den überfüllten Todestrakten Pakistans auf ihre Hinrichtung warten.

Nach einem Gefängnisausbruch im Nordwesten Pakistans, bei dem 250 Häftlinge entkamen, darunter auch Talibankämpfer, ist das Gefängniswesen besonders im Fokus der Regierung, die inzwischen die Sicherheitsmaßnahmen verschärfte. Vor einem Jahr gab es einen ähnlichen Massenausbruch.

Quelle: RTE News

 

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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