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10.09.2013 | Saudi-Arabien: 1200 Verurteilte nach Syrien geschickt

Saudi-Arabien hat zum Tode verurteilte Häftlinge auf Seiten der syrischen Rebellen in den Kampf geschickt und ihnen dafür im Gegenzug die volle Begnadigung versprochen.

Vor die Wahl gestellt, sich enthaupten zu lassen oder aber gegen Syriens Machthaber Baschar al-Assad in den Krieg zu ziehen, haben sich 1200 zum Tode Verurteilte für den Kampfeinsatz auf Seiten der Regimegegner entschieden.

Die Assyrian International News Agency berichtete diesbezüglich von einem durchgesickerten Memo aus dem Innenministerium vom April 2012, als in Syrien bereits seit einem Jahr Bürgerkrieg herrschte.

Das Memo listet Verbrecher auf, die wegen Drogendelikten, Vergewaltigung oder Mord ein Todesurteil erhalten hatten. Demnach war man im Gespräch mit 110 Jemeniten, 21 Palästinensern, 212 Saudis, 96 Sudanesen, 254 Syrern, 82 Jordaniern, 68 Somaliern, 32 Afghanen, 94 Ägyptern, 203 Pakistanern, 23 Irakern und 44 Kuweitern.

Über die Begnadigung hinaus sollten ihre Angehörigen eine monatliche Zahlung erhalten, sie dürfen ihrerseits Saudi-Arabien jedoch nicht verlassen.

Carbonated.TV kommentierte diese Meldung als einerseits begrüßenswert, da so viele Personen vor der Exekution bewahrt würden. Andererseits sei die erste Menschenrechtsverletzung bereits die Tatsache, dass in Saudi-Arabien überhaupt so viele Menschen zum Tod verurteilt sind.

Es stelle sich auch die Frage, ob noch weitere Gefangene als Soldaten in den Krieg gegen das missliebige Regime geworfen werden sollen, während deren Familien als Geiseln in Saudi-Arabien festgehalten werden.

Die AG Friedensforschung zitiert den Kurdistan National Kongress, der noch weitere Zahlen von Straftätern nennt, die aus dem Gefängnis in einem islamischen Land in den Kampf gegen die syrischen Machthaber "entlassen" wurden.

So seien es mehr als 800 Gefangene aus zwei irakischen Gefängnissen (Abu Ghuraib und Taci), ungefähr 1200 aus dem Libanon (Bingazi Kuveyfiye), ca. 250 aus Pakistan (Dera Ismail Han Gefängnis), aus Saudi-Arabien seien es etwa 1400 Schwerverbrecher gewesen.

Quellen: Carbonated.TV, AG Friedensforschung

 

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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