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05.02.2013 | Saudi-Arabien: Bevorstehende Enthauptung - nach 30 Jahren Haft

Ein verurteilter Mörder könnte nach fast dreißig Jahren hinter Gittern in den nächsten Tagen enthauptet werden, dies berichteten gestern Zeitungen in Saudi-Arabien.

Abdullah bin Fandi Al Shammari, der heute Ende 50 ist, hat mit etwa 23 Jahren einen Mann mit einem großen Stock auf den Kopf geschlagen, was dessen Tod zur Folge hatte. Ein Gericht entschied auf Mord und ordnete an, Al Shammari müsse Blutgeld zahlen - anschließend wurde er auf freien Fuß gesetzt.

Drei Jahre später heiratete er und veranstaltete ein großes Hochzeitsfest, doch die Angehörigen seines Opfers wollten sich nicht damit abfinden, dass er davon kommen sollte, und verlangten ein Wiederaufnahmeverfahren.

So wurde Al Shammari fünf Jahre nach seiner Freilassung erneut inhaftiert, nachdem ein Berufungsgericht wegen Mordes die Todesstrafe verfügte.

Die Urteilsvollstreckung wurde von den Gerichten jedoch nicht forciert, man wollte Verwandten und Freunden des Verurteilten alle Chancen einräumen, die Opferangehörigen zu überreden, das Leben des Täters zu verschonen und Blutgeld zu akzeptieren. Darauf ließen diese sich jedoch nicht ein und so könnte die Exekution in den kommenden Tagen doch noch erfolgen.

In der Haft verhielt sich Al Shammari laut der Gefängnisleitung vorbildlich. Er habe den Koran auswendig gelernt und auch andere Häftlinge dazu angehalten. Er ermunterte seine Mithäftlinge auch, das Rauchen aufzugeben. Er soll durch seine gute Führung das Verhalten von Hunderten Gefangenen positiv beeinflusst haben.

Quelle: Emirates 24/7

 

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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