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30.09.2013 | Tennessee/Texas: Hinrichtungsprotokolle und Pentobarbital

Letzte Woche kündigte die Gefängnisbehörde von Tennessee an, sie werde Hinrichtungen künftig nach einer anderen Vorgehensweise durchführen.

Demnach soll in Zukunft nur noch ein Präparat statt wie bisher drei zur Anwendung kommen, Pentobarbital. Es ist auch das gebräuchlichste Medikament beim Einschlägern von Tieren.

Damit schlägt Tennessee den gleichen Weg ein wie schon andere US-Bundesstaaten, nachdem Natrium-Thiopental seit 2011 nicht mehr erhältlich war. Georgia vollzog den Wechsel 2012, Texas exekutierte zuletzt am 27. September einen Mann damit.

In Tennessee fand die letzte Vollstreckung eines Todesurteils am 2. Dezember 2009 statt. Gegenwärtig sind in diesem Bundesstaat 79 Personen zum Tode verurteilt.

Nach der Hinrichtung stellte sich vorige Woche in Texas die Frage, wie es nach Ablaufen des Vorrats an Pentobarbital im September weitergehen soll. Die Behörden gaben am Freitag bekannt, das Problem sei gelöst und man bleibe auch künftig bei diesem Medikament.

Ohne näher auf die Herkunft des Mittels einzugehen, sagte der Sprecher der Behörde Jason Clark gegenüber AFP, das zuletzt verwendete Präparat sei nicht abgelaufen gewesen. Es ist unklar, ob es aus einer alten oder neuen Lieferung stammte.

Noch im August hieß es von offizieller Seite, Texas müsse entweder einen neuen Lieferanten für Pentobarbital suchen oder erwägen, Hinrichtungen auch mit anderen Präparaten durchzuführen.

Der dänische Hersteller Lundbeck lehnt prinzipiell ab, seine Medikamente für Exekutionen freizugeben. Einige US-Bundesstaaten, darunter z.B. Ohio, haben daher vor, ihre Protokolle zu ändern oder Urteilsvollstreckungen solange auszusetzen, bis die Angelegenheit geklärt ist.

Quellen: News Channel 9, Agence France-Presse

 

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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