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17.07.2013 | Texas: John Quintanilla exekutiert

Gestern Abend wurde in Huntsville der 36-jährige John Manuel Quintanilla mittels Giftinjektion hingerichtet. Er war verurteilt worden, 2002 in einem Vergnügungszentrum den 60 Jahre alten Victor Billings erschossen zu haben.

Den Gerichtsakten zufolge befand sich Billings mit seiner Frau in einem Spielsaal, als bewaffnete Männer durch eine Hintertür hereinkamen. Billings ging auf einen von ihnen zu, um den Lauf der Waffe zu packen, „damit niemand sonst verletzt wird, und er zahlte teuer dafür“, so Dexter Eaves, der damalige Hauptankläger im Prozess. Billings starb durch drei Schüsse. Die maskierten Täter entkamen mit etwa 2000 Dollar Beute.

Quintanilla hatte vor der Tat eine Haftstrafe wegen mehrerer Einbruchdiebstähle abgesessen und war erst wenige Monate zuvor aus dem Gefängnis entlassen worden.

Etwa zwei Monate nach den tödlichen Schüssen auf Billings wurde Quintanilla im Zusammenhang mit einem anderen Überfall vernommen, dabei kam er auf den ungelösten Mordfall zu sprechen und führte die Ermittler schließlich zu einem Kanal, wo Beweisgegenstände gefunden wurden.

Sein Komplize Jeffrey Bibb, 33, wurde zu 60 Jahren Haft wegen Mordes und zu 50 Jahren für schweren Raub verurteilt.

Quintanillas Berufungsanwalt David Dow hatte versucht, die Vollstreckung des Urteils zu verhindern. Das unzulässige Geständnis des Angeklagten sei unter Zwang zustande gekommen, man habe Quintanilla gedroht, auch eine seiner Schwestern anzuklagen.

Zwei der Geschworenen sagten in einer eidesstattlichen Erklärung aus, Quintanillas Geständnis sei bei ihrer Entscheidung für den Schuldspruch ausschlaggebend gewesen.

Des weiteren hätten die Verteidiger im Prozess und in der ersten Zeit der Revision nicht gut gearbeitet.

Der Prozessanwalt Jim Beeler sagte frustriert, das Gericht habe ihre Einsprüche alle abgewiesen. Zudem habe Quintanilla damals eine Erklärung unterschrieben, die seinen Verteidigern untersagte, in der Strafzumessungsphase mildernde Umstände geltend zu machen. So waren ihnen die Hände gebunden, beispielsweise darauf hinzuweisen, dass John Quintanilla als Jugendlicher praktisch ohne elterliche Aufsicht aufwuchs.

Als Quintanilla aufgefordert wurde, seine letzten Worte zu sprechen, sagte er seiner Frau, dass er sie liebe und ihr für die glücklichen Jahre danke. Er sah nicht zu den Freunden und Angehörigen des Opfers, darunter zwei Töchter.

Quintanilla und seine Frau aus Deutschland hatten per Ferntrauung geheiratet. Sie sah durch ein Fenster zu und schluchzte.

Als das Mittel zu wirken begann, hörte man etwa ein Dutzend Schnarchgeräusche, dann setzte die Atmung aus. Quintanilla wurde um 19:32 Uhr Ortszeit für tot erklärt, fünfzehn Minuten nach Beginn der Hinrichtung.

Es war die neunte Exekution in Texas in diesem Jahr und die 501. seit Wiederaufnahme der Todesstrafe in diesem Bundesstaat 1982.

Quelle: Associated Press

 

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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