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29.08.2013 | Texas: Militärgericht verhängt Todesstrafe

Der frühere Armeepsychiater Major Nidal Hasan wurde von einem Militärgericht zum Tode verurteilt. Er hatte 2009 in einer Kaserne 13 Menschen erschossen und mehrere Dutzend weitere verletzt.

Hasan, der seit seinem Amoklauf querschnittsgelähmt ist, wünschte sich nach eigenen Aussagen einen Märtyrertod. Er hinderte seine Pflichtverteidiger daran, im Prozess eine vernünftige Verteidigigung aufzubauen und wollte sich vor Gericht selbst vertreten, was Richterin Tara Osborn ihm gestattete: "Jeder ist seines Glückes Schmied."

In der Strafzumessungsphase wurden weder Leumundszeugen gehört noch andere Beweise vorgelegt, die die von der Anklage geforderte Strafe hätten abmildern können.

Hasans Haltung dürfte es den Armeeangehörigen, die über ihn zu Gericht saßen, leicht gemacht haben, denn sie verkündeten ihre Entscheidung nach verhältnismäßig kurzer Beratungszeit.

Die vorgeschriebene Überprüfung des Todesurteils könnte nun Jahre dauern, selbst wenn Nidal Hasan auf alle ihm zustehenden Rechtsmittel verzichten würde, um seine Exekution zu beschleunigen.

Bei Militärprozessen gelten andere Verfahrensregeln als im zivilen Strafrecht. Die letzte Instanz ist der Oberste US-Gerichtshof; Hinrichtungsbefehle müssen vom US-Präsidenten unterzeichnet werden.

Bei derzeit elf unter Militärrecht zum Tode Verurteilten ist die automatische Überprüfung  abgeschlossen - in acht Fällen wurde das Todesurteil verworfen.

Quellen: Rheinische Post, CNN

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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