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07.08.2013 | Vietnam: Erste Hinrichtung per Giftinjektion

Gestern richtete Vietnam nach einer Pause von zwei Jahren den ersten Häftling hin. Dabei wurde das Urteil erstmals durch tödliche Injektion statt durch Erschießen vollstreckt.

Der 27-jährige Nguyen Anh Tuan wurde 2010 für den Mord an einer Frau zum Tode verurteilt. Sein Komplize bei der Tat nahm sich noch vor Prozessbeginn das Leben.

Seine Hinrichtung fand in einem Gefängnis von Hanoi statt, sie war um 10 Uhr abgeschlossen. Die Leiche des Hingerichteten wurde seiner Familie zur Bestattung übergeben.

Da die Europäische Union die Anwendung der Todesstrafe als Menschenrechtsverletzung in allen Fällen ablehnt und Pharmaunternehmen deswegen untersagt, Präparate für diese Zwecke zu exportieren, kam es zu einem unfreiwilligen Hinrichtungsmoratorium in Vietnam.

Ein neues Gesetz vom Juni gestattet, entsprechende Medikamente im eigenen Land herzustellen und bei Exekutionen einzusetzen. Noch ist nicht bekannt, woher die drei am Dienstag verwendeten Präparate letztendlich stammten. Zum Einsatz kamen ein Mittel zur Sedierung, ein Muskelrelaxans und ein Medikament, das den Herzstillstand herbeiführt.

Derzeit warten 586 Personen in Vietnam auf ihre Exekution, wo die Todesstrafe für 21 Delikte verhängt werden kann, darunter Vergewaltigung von Kindern, Drogenhandel, Unterschlagung, Verrat und Staatsgefährdung.

Franz Jessen, der EU-Botschafter in Vietnam, sagte, es wäre wünschenswert gewesen, wenn die Schwierigkeiten beim Beschaffen von Hinrichtungspräparaten ein Todesstrafenmoratorium ausgelöst hätten.

Quellen: Miami Herald, Daily Telegraph, thanhniennews.com

 

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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