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26.10.2014 | Iranerin Rehaneh Jabbari hingerichtet

Trotz internationaler Appelle und Proteste ist im Iran am Samstag eine Frau nach fünf Jahren in der Todeszelle hingerichtet worden.

Reyhaneh Jabbari sei im Morgengrauen gehängt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft in Teheran. Die 26-Jährige war wegen Mordes an dem Geheimdienstmitarbeiter Mortesa Abdolali Sarbandi verurteilt worden. Jabbari war von Sarbandi als Innenarchitektin engagiert worden. In seiner Wohnung soll er versucht haben sie zu vergewaltigen, woraufhin sie ihn in Selbstverteidigung erstochen habe. Neben iranischen Schauspielern und anderen Prominenten gab es auch im Westen zahlreiche Stimmen, die eine Aussetzung der Todesstrafe für die junge Frau gefordert hatten. Selbst die iranische Justiz wollte eine Hinrichtung verhindern, auch weil der Fall im Ausland für viel Aufmerksamkeit gesorgt hatte. Aber im Iran gilt bei Totschlag ein Gesetz, nach dem die Familie des Opfers das Recht auf Vergeltung hat. Sie kann dann entweder auf Vollstreckung bestehen oder den oder die Täter begnadigen. Die Familie des getöteten Mannes lehnte eine Begnadigung mehrfach ab. Nach Angaben der Vereinten Nationen und internationaler Menschenrechtsgruppen kam Jabbaris Geständnis unter massivem Druck und Drohungen seitens der Anklage zustande. Die UNO hat bereits mehr als 250 Hinrichtungen im Iran in diesem Jahr gezählt - auch in den vergangenen Tagen wurden diverse Todesurteile vollstreckt.


Quelle: www.taz.de/Todesstrafe-im-Iran-trotz-Notwehr/!148354/

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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