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04.04.2014 | Texas: Serienmörder hingerichtet

Nach Ablehnung eines letzten Antrags wurde gestern Abend die Todesstrafe an Tommy Sells vollstreckt.

Tommy Lynn Sells war 2000 für den Mord an einer 13-Jährigen zum Tode verurteilt worden, außerdem hatte er eine Zehnjährige schwer verletzt. Den Gerichtsakten zufolge gab er sogar die Tötung von 70 Menschen zu, außer in Texas habe er auch in Alabama, Kalifornien, Arizona, Kentucky und Arkansas getötet.

Es war Texas' erste Hinrichtung mit einer neuen Charge Pentobarbital. Die Behörden hatten sich geweigert, dessen Herkunft preiszugeben, weshalb die Anwälte von Tommy Lynn Sells einen Aufschub erwirken wollten. Sie führten an, die Geheimhaltung könnte zu einem Verstoß gegen die Verfassung der USA führen.

Nachdem Hinrichtungsmedikamente immer schwieriger zu beschaffen sind, da die europäischen Hersteller sie nicht mehr für Exekutionszwecke liefern wollen, hatte Texas seinen neuen Vorrat von einem nicht zertifizierten amerikanischen Lieferanten bezogen.

Der vorherige Lieferant hatte sich geweigert, die Behörde erneut zu beliefern, da er Drohungen erhalten habe, als der Name der Apotheke bekannt wurde.

Die Anwälte hatten Bedenken angemeldet, die Qualität des Präparats sei nicht gesichert und bei Hinrichtungen könnte es daher möglicherweise unerwünschte Störungen des Ablaufs herbeiführen. - Die US-Verfassung verbietet im Achten Zusatzartikel ausdrücklich „grausame und ungewöhnliche Bestrafungen“.

Der Oberste Gerichtshof der USA wies den Antrag Sells am Nachmittag ab, knapp eine Stunde danach begann die Urteilsvollstreckung. Sells wurde dreizehn Minuten später um 18:27 Uhr für tot erklärt.

Quellen: Spiegel, Süddeutsche, Associated Press

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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