zurück zur Übersicht

20.01.2014 | USA: Gefängnisse horten knapp gewordene Medikamente

In den USA halten einige Gefängnisbehörden den Daumen auf große Vorräte an für Hinrichtungen benötigten Arzneimitteln, die in Krankenhäusern schon auszugehen drohen.

So kauften die Todestrakte in Florida und Ohio Midazolam auf, Ohio hält des weiteren Mengen des Schmerzmittels Hydromorphon am Lager.

Es gibt bereits Warnungen der American Society of Health-System Pharmacists, einer Vereinigung der Pharmazeuten in den USA, denen zufolge Patienten möglicherweise lebensrettende Medikamente versagt werden müssen, während Gefängnisse diese für die Vollstreckung von Todesurteilen horten.

Zusätzlich zu den bereits gebunkerten Medikamenten werden Todestrakte voraussichtlich weitere Käufe tätigen, denn diese Produkte unterliegen einem Verfallsdatum – dieser Umstand dürfte die Situation weiter verschärfen.

Joel Zivot, medizinischer Leiter der Herz-Thorax-Abteilung der Intensivstation an der Emory-Universitätsklinik, befürchtet ebenfalls, dass die USA aufgrund der Verknappung auf einen Notstand der öffentlichen Gesundheitsversorgung zusteuern. Lebensnotwendige, knapp gewordene Arzneimittel zugunsten von Hinrichtungen zu hamstern, schockiere und empöre ihn.

Maya Foa von der Organisation Reprieve gibt zu bedenken, unabhängig von der Haltung zur Todesstrafe seien sich doch wohl alle einig, dass Leben zu retten höher bewertet werden müsse als das Exekutieren von Häftlingen.

Quelle: Reprieve

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

zurück zur Übersicht