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25.07.2015 | Iran: Fast 700 Hinrichtungen in knapp 6 Monaten

Amnesty International berichtet, dass 694 Menschen zwischen dem 1. Januar und dem 15. Juli diesen Jahres hingerichtet wurden. Das entspricht einem Tagesdurchschnitt von mehr als drei Menschen.

„Wenn Iran‘s Verantwortliche weiterhin diese entsetzliche Hinrichtungsrate aufrechterhalten, haben wir zum Ende des Jahres mehr als 1000 durch den Staat verursachte Tode“, so Said Boumedouha, Deputy Director von Amnesty International’s Middle East und North Africa Programm.

Nicht mal während des heiligen Ramadan - Monats wurden Hinrichtungen vermieden, denn im vergangenen Monat wurden vier Menschen hingerichtet.

Der Grund für die Hinrichtungswelle im Iran ist unklar, aber die meisten durchgeführten Hinrichtungen im Jahr 2015 beruhen auf Drogendelikten.

Iran‘s Anti-Drogengesetze sehen die Todesstrafe für eine große Bandbreite von Drogendelikten vor, inklusive Drogenhandel von mehr als 5 kg des Narkotikums Opium oder mehr als 30 g von Heroin, Morphin, Kokain oder deren chemischen Derivaten.  

Viele der aufgrund von Drogendelikten zum Tode verurteilten Häftlinge kommen aus desaströsen Verhältnissen.
In einem Brief, der Anfang Juni im Internet kursierte, ließen 54 Häftlinge verlauten: „Wir sind Opfer von Hunger, Armut und Elend. Wurden ins Verderben befördert, mit Gewalt und ohne unseren Willen... Wenn wir Arbeit hätten, wenn wir keine Hilfe bräuchten, wenn wir unsere Leben ändern könnten und unsere Kinder vor Hungersnot befreien könnten, warum sollten wir dann den Weg einschlagen, der uns sicher den Tod bringt?“

Quelle und weitere Informationen:
https://www.amnesty.org/latest/news/2015/07/irans-staggering-execution-spree/ (23.07.2015)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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