zurück zur Übersicht

29.07.2015 | Tennessee: Giftinjektions-Prozeß dauert an

Der Oberste Gerichtshof in Tennessee hält die Todesstrafe für gesetzmäßig, so müsse es einen gesetzmäßigen Weg geben, diese auszuführen. Anwälte von Todestraktinsassen sehen die Giftinjektion aber keinesfalls als eine geeignete an.

Am 7. Juli startete ein Prozeß, in dem bewiesen werden soll, dass die intravenöse Verabreichung eines Giftcocktails ein hohes Risiko für einen qualvollen Tod birgt.
Die Theorie besagt, dass der Todeskandidat durch Verabreichung eines Sedativums einen koma-ähnlichen Zustand erreiche und somit die nachfolgend injizierten Medikamente - die große Schmerzen auslösen - nicht mehr mitbekomme.
Die Anwälte sehen das gänzlich anders, wie auch verschiedene Zeugen bestätigen konnten.
Eine Fachkraft für Reanimation erklärte dem Davidson County Chancery Court , dass ein Insasse, der für tot erklärt wurde, auch nach 30 Minuten möglicherweise noch reanimierbar sei.
Ein Anästhesist bestätigte, dass ein Insasse auch ganz spontan wieder erwachen könne.

Die Staatsanwälte hielten dagegen mit der Aussage, dass ein spontanes Erwachen reine Spekulation sei und dass keine Chance bestünde, einen Insassen wiederzubeleben, wenn die Hinrichtung schon begonnen hätte.

Dr. Feng Li, der leitende Untersuchungsarzt von Davidson County, sagte aus, dass eine hohe Dosis Pentobarbital (Hauptmedikament bei Hinrichtungen in Tennessee) den Gefangenen innerhalb von Sekunden bewußtlos werden und wenige Minuten später sterben ließe. Sobald der Insasse bewußtlos sei, fühle er keinen Schmerz mehr, so Li.

Der Prozeß wird am 3. August fortgesetzt.

Quelle:
www.sfgate.com/news/article/Tenn-lethal-injection-trial-continues-with-6406147.php
(Travis Loller, 26.07.2015)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

zurück zur Übersicht