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09.05.2016 | Afghanistan: Hinrichtung von sechs angeblicher Terrositen, darunter Taliban- und Al-Quaida-Anhänger

In Afghanistan wurden letzte Woche Sonntag sechs zum Tode Verurteilte Männer erhängt. Es soll sich dabei um vier Taliban-Militanten sowie je einen Anhänger des Al-Quaida und Haqqani Netzwerkes gehandelt haben. Die Vereinten Nationen kritisierten vehement die Verurteilungen sowie die Wiederdurchführung von Exekutionen.

Die Regierung Afghanistans ließ letzte Woche Sonntag sechs wegen Terrorismus zum Tode Verurteilte hinrichten, um damit die terroristischen Angriffe der Taliban zu bekämpfen. Die Hinrichtungen erfolgten nach offiziellen Angaben im Gefängnis Pul-i-Charkhi, einem Außenbezirk der Hauptstadt Kabul. Es handelte sich zugleich um einen Vergeltungsschlag als Reaktion auf das Suizid-Attentat der Taliban vom 19. April diesen Jahres, bei dem mindestens 64 Menschen ums Leben kamen und rund 350 weitere Personen verletzt worden waren.

Bei vier der hingerichteten Männer handelte es sich um angebliche Anhänger der Taliban, die an verschiedenen Morden und Attentaten beteiligt gewesen sein sollen. Die beiden weiteren Männer sollen dem terroristischen Netzwerk Al-Quaida und Haqquani angehört haben. Präsident Ashraf Ghani hatte bereits zuvor ein verschärftes Vorgehen zur Bekämpfung der terroristischen Angriffe angekündigt. Hunderte weitere an Männern wurden ebenfalls wegen terroristischer Aktivitäten zum Tode Verurteilt und befinden sich in Gefangenschaft. 

Die Taliban hatten nachdem die Hinrichtungen durch den Präsidenten Ashraf Ghani bestätigt worden waren bereits mit weiteren Attentaten als Gegenschlag gedroht. Zabihullah Mujahid, Sprecher der terroristischen Bewegung verkündete im Rahmen dessen, dass die Taliban über genügend Männer verfüge, welche bereit seien, ihr Leben zu opfern. 

Die Vereinten Nationen kritisierten vehement die Verurteilungen und durchgeführten Hinrichtungen. Erstmals hatte die Regierung Afghanistans seit Februar letzten Jahres wieder Exekutionen ausgeführt und damit das inoffizielle Moratorium beendet. Juan Mendéz, Sonderberichterstatter der UN geht darüberhinaus davon aus, dass die Verurteilungen und Prozesse nicht auf faire Weise durchgeführt worden waren und die Geständnisse durch Folter erzwungen wurden. Zudem seien Exekutionen als Vergeltungsschlag kein Schritt in Richtung Frieden, sondern würden weitere Angriffe nur noch fördern, so die Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen. 

Quellen und weitere Informationen:

"Afghanistan´s execution of six included Taliban, al-Quaida, Haqqani", 1 TV News vom 8. Mai 2016; "Afghanistan hangs six death row prisoners in crackdown on Taliban", death penalty news vom 8. Mai 2016. 

Afghanistan: UN rights experts condemn the execution of six persons without fair trial guarantees", United Nations Human Rights Office to the High Commissioner, vom 10. Mai 2016. 

www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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