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06.03.2016 | Alabama: Richterin erklärt Teile des Todesstrafensystems für unrechtmäßig

Jefferson Countys Bezirksrichterin Tracie Todd hat einen Teil des Todesstrafenprozederes in Alabama für unrechtmäßig erklärt und somit vier Männern die Todesstrafe erspart. Ein Richter, der einen Todesstrafenprozess führt, kann nun nicht mehr allein über eine lebenslange Haftstrafe oder die Todesstrafe entscheiden.

Die Anwälte der vier Insassen führten in ihrer Argumentation an, die mögliche Todesstrafe für jeden der Kläger sei ungültig, weil es nicht rechtmäßig wäre, dass der Richter und nicht die Jury die Entscheidungsgewalt über ein Todesurteil habe. Damit beziehen sie sich auf den kürzlich verhandelten Fall aus Florida Hurst vs. Florida.

In ihrem Urteil nennt Todd einige Fakten, die Alabamas übermäßig häufige Todesstrafen aufzeigt. Von den 185 Todestraktinassen sind etwa 21 % aufgrund einer Überstimmung der Jury durch einen Richter dort.
Alabama habe die höchste Pro-Kopf Todesurteilrate und ebenso die höchste Exekutionsrate in den Vereinigten Staaten. 2011 ließ Alabama mehr Insassen hinrichten als Texas.

Die Staatsanwaltschaft prüft das Urteil und will Berufung einlegen.

Quellen:
http://www.wbtv.com/story/31377781/judge-rules-als-death-penalty-scheme-unconstitutional?sf21922861=1
(03.03.2016 und Update vom 04.03.2016, WBRC Staff)

http://ftpcontent4.worldnow.com/wbrc/docs/Hurst-FINAL.pdf
(Link zum Urteil von Richterin Todd; abgerufen am 6.3.2016)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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