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08.04.2016 | Arizona: Entscheidung über Fortsetzung von Hinrichtungen

Ein Bundesrichter hat sich einer Klage vom Staat Arizona angenommen. Die Forderung besteht darin, nicht weiterhin über die Hinrichtungsprozedur zu diskutieren. Seit der verpfuschten Hinrichtung von Joseph Wood im Juli 2014 sind alle Hinrichtungen aufgeschoben worden. Dieses soll weiterhin so bleiben, bis eine Entscheidung im aktuellen Prozeß gefallen ist.

Aber selbst, wenn die Entscheidung schnell fällt und die Hinrichtungen „grünes Licht“ bekommen, müssen die Termine sehr schnell angesetzt werden. Denn zu Beginn des Jahres wurde bekannt, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum der vorhandenen Medikamente für die Hinrichtungen der 31. Mai dieses Jahres ist und es erst mal keine weiteren Medikamente geben wird.
Eine neue Quelle zur Medikamentenbeschaffung ist bislang nicht bekannt.

Sieben Todestraktinsassen und die „First Amendment Coalition of Arizona“, die die Klage ins Rollen brachten, fordern mehr Transparenz in Todesstrafen- und Hinrichtungsprozessen. Beispielsweise sollen die Hersteller und die Mindesthaltbarkeitsdaten der für die jeweiligen Hinrichtungen vorgesehenen Medikamente bekannt gegeben werden.
Außerdem wird kritisiert, dass paralytische Medikamente verabreicht werden, bevor die eigentliche Giftinjektion zugeführt wird.

Die Gegenseite, also die Staatsanwaltschaft, fordert die Abweisung der Klage, denn der Oberste US-Gerichtshof habe die Verwendung von Midazolam und der Injektion eines Paralytikums zugelassen.

Grundsätzlich haben alle Bundesstaaten, die die Todesstrafe im Gesetz haben und die Hinrichtungen per Giftspritze durchführen, Probleme, die nötigen Medikamente zu beschaffen.

Lesen Sie hierzu auch den Bericht über die qualvolle Hinrichtung von Joseph Wood.

Quelle und ausführlicher Bericht:
http://www.seattletimes.com/nation-world/judge-mulls-whether-to-let-arizonas-executions-resume/
(07.04.2016, Jacques Billeaud)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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