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22.01.2016 | Indonesien: Todesstrafe als Therapie

Während Menschenrechtsvereinigungen versuchen, Indonesien zur Abschaffung der Todesstrafe zu bewegen, hält Indonesiens Justizministerium an ihr fest: Sie sei notwendig, da sie eine Schock-Therapie zum Abschrecken schwerer Kriminalverbrechen sei.

Nicht nur internationale Menschenrechtsorganisationen kritisieren die Durchführung der Todesstrafe in Indonesien. Kritische Diskussionen finden auch auf nationaler Ebene statt, nachdem sich Vertreter indonesischer Justizbehörden und anderer Rechtsinstitutionen sowie Forscher und die nationale Menschenrechtskommission Komnas HAM im Laufe des letzten Jahres zusammengesetzt haben.

Wie Jakarta Post berichtete, ist Indonesiens Justizminister weiterhin vom Erhalt der Todesstrafe überzeugt: Sie müsse beibehalten werden, da sie eine Schocktherapie sei. Während eines offiziellen politischen Treffens hatte ein Mitglied der Demokratischen Partei den Justizminister nach dem Sinn hinter der Todesstrafe gefragt. Sie sei unliebsam, müsse jedoch gemacht werden, so die Antwort des Ministers am vergangenen Mittwochabend.

In Indonesien wurden im Jahr 2015 während der ersten vier Monate insgesamt 14 Menschen unter dem Präsidenten Joko „Jokowi“ Widodo hingerichtet. Zwei der Hingerichteten waren australische Staatsbürger, welche Drogen geschmuggelt haben sollen. Berichten der Jakarta Post zufolge, stellt die Todesstrafe für den Justizminster auch bei Drogendelikten ein geeignetes Strafmaß dar. ccg

Weitere Hintergrundinformationen finden Sie auch auf unserer Webseite unter "Die Todesstrafe in Indonesien".

Quelle:

Erika Anindita: “Death penalty still needed: Attorney General”, The Jakarta Post, 21.01.2016

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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