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06.08.2016 | Iran: Massenhinrichtung von 20 sunnitischen Gefangenen bestätigt

Irans Justizminister hat die Gruppenhinrichtung 20 sunnitischer Gefangener bestätigt. Demnach wurden die wegen Mordes und Bedrohung der nationalen Sicherheit verurteilten Männer letzten Dienstag in Karadsch gehängt.

Der iranische Justizminister Mohammad Jafar Montazeri bestätigte die Hinrichtung 20 sunnitischer Gefangener. Die wegen angeblicher terroristischer Aktivitäten Verurteilten wurden letzten Dienstag im Rajai Shahr Gefängnis der Stadt Karadsch gehängt.

Quellen des Iran Human Rights (IHR) zufolge wurden die Familienanghörigen der Verurteilten vorher informiert, dass sie die Gefangenen ein letztes Mal am Dienstag zwischen 2 Uhr und 3 Uhr nachmittags im Rajah Shahr Gefängnis besuchen könnten. Als sie auf dem Weg waren, wurde ihnen jedoch mitgeteilt, dass sie bereits zu spät seien und direkt zum Leichenschauhaus kommen könnten, um die Körper der Hingerichteten abzuholen.

Nach Angaben des NCRI (National Council of Resistance of Iran) handelte es sich bei den Hingerichteten namentlich um: Shahram Ahmadi, 29, die beiden Brüder Kaveh Sharifi, 32 und Arash Sharifi, 26, die drei Brüder Mohammad Yavar Rahimi, 31, Mokhtar Rahimi, 33 und Bahman Rahimi, 38,  Kaveh Vaisi, 32, Behrouz Shahnazari, 31, Taleb Maleki, 31, Ahmad Nassiri, 35, Shahou Ebrahimi, 31, Pourya Mohammadi, Aalem Barmashti, Varya Ghaderifard, Keivan Momenifard, Idris Nemati, Farzad Honarjoo, Mohammad Gharibi, Keivan Karimi, Amjad Salehi, Omid Payvand, Ali Mojahedi (Ali Iraqi), Hekmat Sharifi (Hekmat Iraqi), Omar Abdollahi (Hamzeh Iraqi) und Omid Mahmoudi.

Die Menschenrechtsorganisation IHR kritisierte verhement die durchgeführten Hinrichtungen und geht davon aus, dass die meisten der Exekutierten unfairen Gerichtsprozessen ausgesetzt und durch Folter zu Geständissen gezwungen worden waren. Für den Sprecher des IHR, Mahmood Amiry-Moghaddam, stellen die Hinrichtungen ein klares Verbrechen dar, für welches die Führer der Islamischen Republik verantwortlich sind.

Auch die Vereinten Nationen sowie das Europäische Parlament übten scharfe Kritik gegenüber dem iranischen Regime aufgrund der Gruppenhinrichtung aus.

Der iranische Außenamtssprecher Bahram Ghasemi verteidigte jedoch die Hinrichtungen mit der Begründung, man tue im Land alles, um die Menschen vor Terroristen zu schützen. 

Quelle:

"Iranian Official Confirms Execution of 20 Sunni Prisoners", IHR vom 3. August 2016; "European lawmakers denounce mass execution in Iran", NCRI vom 4. August 2016; "Iran slams West for meddling in execution of terrorists", Iranian Students´News Agency vom 6. August 2016. 

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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