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27.08.2016 | Kalifornien: Illegale Drogen in San Quentin töten Todestraktinsassen

Der größte und eigentlich streng überwachte Todestrakt in San Quentin in Kalifornien hat in den Jahren 2010 bis 2015 sechs Tote durch Drogenmißbrauch zu verzeichnen. Auf die gesamte Justizvollzugsanstalt erhöht sich die Zahl der Drogentoten auf 109.

Methamphetamine, Heroin und andere Drogen seien bei Obduktionen gefunden worden, so der Marin County Rechtsmediziner.
Bei einem Insassen waren im Darm Reste von Latexpäckchen gefunden, die offenbar mit Amphetaminen oder Marijuana gefüllt waren. Die Dosis, die in den Körper gelangt war, nachdem die Päckchen geplatzt oder gerissen waren, hatten tödliche Folgen.

Zudem kamen acht Fälle, bei denen zwar schwerste körperliche Probleme auftraten, sie jedoch nicht mit dem Tod endeten.

Michael Lamont Jones’ Tod im Mai 2015 wurde als Selbstmord deklariert. In seinem Blut wurde bei der Autopsie eine tödliche Dosis Methamphetamin gefunden.

In Kaliforniens Todestrakt sitzen aktuell 747 Insassen, streng überwacht und 23 Stunden am Tag eingesperrt. Halbstündlich wird überprüft, ob die Häftlinge noch leben.
Trotz regelmäßiger und sorgfältiger Kontrollen der Besucher und Insassen gelangen die Drogen ins Gefängnis.
Todeskandidaten werden gründlich durchsucht, wenn sie die Zelle verlassen - beispielsweise für Besuche von Verwandten - und später wieder betreten.

Laut der Gefängnisbehörde ist 2013 nicht ein Besucher, Ehrenamtlicher oder Angestellter dabei erwischt worden, Drogen ins Gefängnis zu schmuggeln. Darüber hinaus wollten die Offiziellen keine weiteren Daten und Ergebnisse veröffentlichen.

Quelle mit ausführlichem Bericht und Video:
http://www.latimes.com/local/california/la-me-death-row-drugs-20160824-snap-story.html
(24.08.2016, Paige St. John)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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