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05.05.2016 | Pakistan: Militärgericht spricht Todesurteile für elf Taliban-Kämpfer aus

Das Militärgericht in Pakistan hat die Todesurteile für elf Taliban-Angrhörige bestätigt.

Elf Taliban-Kämpfer waren wegen Terrorismus, Entführung sowie des Angriffes auf Zivilpersonen, Polizei und bewaffnete Offiziere zum Tode verurteilt worden. Die Todesurteile wurden letzten Dienstag laut Berichten der Asharq Al-Awsat offiziell durch den obersten Militärführer bestätigt.

Pakistan hatte im Dezember 2014 das seit 2008 bestehende Hinrichtungsmoratorium wieder aufgehoben, um Terroristen mit der Todesstrafe belangen zu können. Die Wiederaufnahme der Todesstrafe entstand aufgrund des Anschlags auf die Schule in Peshawar, bei dem über 150 Menschen, die meisten davon Kinder, getötet worden waren.

Vom Militärgericht ausgesprochene Todesurteile bedürfen in Pakistan der Bestätigung durch den obersten Militärführer. Der Zeitpunkt der angesetzten Hinrichtungen wurde noch nicht bekannt gegeben. Derzeit haben die Angeklagten noch das Recht, Berufung einzulegen.

Vier der Taliban-Kämpfer, Maulvi Dilbar Khan, Hameedullah, Mohammad Nabi und Rehmatullah bekannten sich bereits des Mordes an einem Polizeichef und zwei weiteren bewaffneten Polizisten schuldig. Die drei Polizisten waren während ihrer Untersuchungen eines früheren durch die Taliban ausgeführten Attentats erschossen worden.

Der Sprecher des pakistanischen Militärs Asim Bajwa gab gegenüber dem Fernsehsender Dunya News bekannt, dass bislang rund 207 verdächtige Taliban-Militanten angeklagt wurden, von denen 88 verurteilt worden sind.

Quellen und weitere Informationen:

"Die Todesstrafe in Pakistan", allgemeine Informationen zur Todesstrafe in Pakistan.

"Pakistani Army Chief Confirms Death Penalty for 11 Taliban", Asharq Al-Awsat vom 4. Mai 2016.

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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