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21.05.2016 | Philippinen: Erzbischof möchte sich freiwillig hinrichten lassen, sollte Duterte die Todesstrafe wieder einführen

Der philippinische Erzbischof Ramón Cabrera Argüelles meldete sich freiwillig, den Platz der Kriminellen einzunehmen, sollte der Präsident die Todesstrafe wieder einführen.

Die Präsidentschaftswahl in den Philippinen sorgt durch die Aussagen Rodrigo Dutertes bezüglich der rigorosen Wiedereinführung der Todesstrafe weiterhin für enorme Aufruhr.

Vehement widersetzt sich nun die katholische Kirche dem geplanten Vorgehen des Präsidenten. Der 71-jährige Erzbischof Cabrera Argüelles möchte sogar den Platz der Kriminellen einnehmen und sich anstelle ihrer freiwillig hängen lassen, sollte Duterte die Todesstrafe tatsächlich wieder einführen.

Damit kommt es nun auch zu einer Kluft zwischen Staat und Kirche, obwohl der Präsident einst selbst katholischer Anhänger war.

Auch weitere Anhänger der katholischen Kirche, wie Erzbischof Oscar Valero Cruz und Ruperto Santos, stellen sich entschieden gegen die Pläne des Präsidenten. "Nur Gott hat die Macht über das Leben. Gott gibt das Leben und Gott nimmt das Leben. Keiner sollte Gott spielen", so die Aussage des Ruperto Santos. "Das Leben ist heilig. Leben ist zu fördern, zu respektieren und zu schützen. Es sind die Gefängnisse, die reformiert werden müssen und das Rechtssystem", so Santos. Duterte solle nach seiner Ansicht seinen Einfluss und seine Macht daraufhin verwenden, das Rechtssystem zu reformieren und sicherzustellen, dass die Schuldigen bestraft und die Opfer entschädigt werden.

Erzbischof Socrates Villegas aus Lingayen-Dagupan, der derzeitige Präsident der nationalen Bischofskonferenzen kündigte an, ein Gespräch mit Duterte zu ersuchen, um ihn von der Wiedereinführung der Todesstrafe abzubringen.

Ein Sprecher der Bischöfe machte ebenfalls öffentlich deutlich, dass die Todesstrafe einstimmig von der katholischen Kirche abgelehnt würde.

Rund 90 Prozent der philippinischen Bevölkerung sind katholisch. Entsprechend der Bevölkerungszahl machen dies rund 90 Millionen aus, womit die Philippinen die drittgrößte katholische Gemeinschaft nach Brasilien und Mexiko bilden.

Insgesamt wurde der Wahlsieg Dutertes in der Öffentlichkeit sehr kritisch aufgenommen. Menschenrechtsgruppen sehen die Präsidentschaft Dutertes als "sehr beängstigend" an, auch solle die rigorose Art der Kriminalitätsbekämpfung während Dutertes Amtszeiten als Bürgermeister in der Millionenstadt Davao überprüft werden. Duterte war sieben Mal zum Bürgermeister gewählt worden und wurde in Folge seiner skrupellosen Art, die Kriminalität zu bekämpfen  als "the punisher" bekannt. Lesen Sie hierzu auch unsere Nachrichten zur Neuwahl des Präsidenten vom 16. Mai 2016

Quellen:

"If death penalty returns, bishop says he’ll volunteer to die", Crux vom 19. Mai 2016.

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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