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28.07.2016 | Indonesien: UN und Menschenrechtsorganisationen versuchen geplante Hinrichtungen aufzuhalten

Verschiedene ausländische Regierungsvertreter wie auch Menschenrechtsorganisationen und die Vereinten Nationen befürchten, dass es in Kürze zu 14 Hinrichtungen in Indonesien kommen wird und appellieren in letzter Minute an die Regierung, um diese noch aufhalten zu können.

Amnesty International (AI) geht davon aus, dass mindestens 14 Personen im Laufe dieser Woche in Indonesien hingerichtet werden. Dabei soll es sich um vier einheimische Staatsbürger sowie je eine Person aus Pakistan, Indien, Zimbabwe, Sengal, Südafrika sowie fünf Personen aus Nigeria handeln. 

Die Menschenrechtsorganisation appellierte daher am gestrigen Mittwoch an die indonesische Regierung, um die befürchteten Exekutionen noch aufhalten zu können. Josef Benedict, stellvertretender Direktor von AI für den südasiatischen und pazifischen Raum, befürchtet, dass eine Reihe der Gefangenen durch unfaire Gerichtsprozesse verurteilt wurden und weder ihre Berufungsmöglichkeiten ausgeschöpft noch ihre letzten Gnadengesuche beim Präsidenten eingereicht haben.

Benedict wies zudem auf die widersprüchliche Haltung des Präsidenten Widodos hin, der sich einerseits für die Freilassung eigener zum Tode verurteilter Staatsbürger in anderen Ländern einsetzt, zugleich jedoch im eigenen Land noch immer an der Todesstrafe festhält und diese ausführt.

Ebenfalls wendeten sich der Hochkommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte Zeid Ra’ad Al Hussein sowie weitere Regierungsvertreter verschiedener Länder an die indonesische Regierung, in der Hoffnung, die geplanten Hinrichtungen noch abwenden zu können. 

Weitere allgemeine Informationen zur Todesstrafe in Indonesien finden Sie in unserem Länderbericht "Die Todesstrafe in Indonesien". Wir berichteten zudem am 25. Juli 2016 in unseren News.

Eine Möglichkeit, sich online an einer Petition zu beteiligen, die sich an den indonesischen Präsidenten richtet, finden Sie auf der offiziellen Webseite von Amnesty International.

Quellen und weitere Informationen zur heutigen Nachricht:

"Indonesia: Executions will put Indonesia an the wrong side of history", Amnesty International vom 26. Juli 106; "Don’t execute Nigerians, Amnesty begs Indonesia", Punch vom 27. Juli 2016;"Execution spree in Indonesia terribly worrying: UN", The Jakarta Post vom "7. Juli 2016.

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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