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03.01.2016 | Saudi-Arabien ließ zum Neujahr 47 Männer hinrichten, darunter auch den schiitischen Geistlichen Scheich Nimr al-Nimr

Die öffentliche Bekanntgabe von insgesamt 47 Hinrichtungen durch den saudi-arabischen Innenminister am Samstag führte zu heftigen Protesten in verschiedenen Ländern, einschließlich des Irans: Demonstranten brachen in die saudi-arabische Botschaft ein und begannen Feuer zu legen.

Die meisten der 47 hingerichteten Männer, die entweder geköpft oder erschossen wurden, sollen an den Anschlägen im saudi-arabischen Königreich zwischen den Jahren 2003 und 2006 beteiligt gewesen sein, welche die Al Kaida verübt hatte. Zugleich wurde auch der Geistliche Scheich Nimr al-Nimr mit hingerichtet: Nimr al-Nimr, war bereits im Oktober 2015 durch das Höchste Gericht in Saudi-Arabien wegen angeblicher Verhetzung, Unfolgsamkeit und Waffenbesitz zum Tode verurteilt worden. Nimr al-Nimr hatte seine politische Meinung und regierungskritische Einstellung nie bestritten, sich jedoch vehement gegen die Vorwürfe gewehrt, dass er jemals Waffen besessen hätte oder zu Gewalt ausgerufen hatte.
 
Sein Bruder, Mohammed al-Nimr, sagte nach der Exekution gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass er hoffe, die Reaktionen auf die Hinrichtung würden friedlich bleiben.
 
Ein weiterer der Hingerichteten war Faris al-Zaharani, welcher in Saudi-Arabiens Medien als Anführer der Al Kaida galt und einer der meist gesuchten Terroristen war. Er war bereits im Jahr 2004 gefangen genommen worden.
 
Unter den hingerichteten Männern befanden sich auch ein Ägypter sowie ein Mann aus dem Tschad.

Quelle:
Reuters, Al Jazeera, online:"Saudi Arabia executes 47 on terrorism charges" vom 3. Januar 2016.

Weitere Informationen über Saudi-Arabien finden Sie auch in unserer Rubrik "Todesstrafe in der Welt: Saudi-Arabien". ccg

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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