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21.06.2016 | Texas: Richterin äußert Kritik an der Todesstrafe

Elsa Alcala, Richterin des Berufungsgerichtes in Texas, äußerte ihre Bedenken über die Fortführung der Todesstrafe in Texas, dem Bundesstaat, der die meisten Hinrichtungen durchführt.

Alcala ist seit fünf Jahren Richterin des Berufungsgerichtes und hat vergangene Woche ihre Zweifel darüber geäußert, wie Texas die Todesstrafe vollzieht und fordert dazu auf, diese Form der Bestrafung gründlich zu überdenken.
Sie sieht erhebliche Probleme in der Todesstrafe und texanische Gerichte sollten prüfen, inwiefern die Todesstrafe nicht sogar rechtswidrig sei. Denn sie würde willkürlich bei bestimmten Rassen und ebenso überproportional häufig bei Minderheiten eingesetzt. Zudem sollte dringend geprüft werden, ob die langen Wartezeiten von Jahren oder Jahrzehnten, die viele Häftlinge häufig in Isolation verbringen, nicht eine unnötig grausame Strafe darstellen.

Alcala hat Zweifel an der sinnvollen Durchführung der Todesstrafe in Texas: „Wir sehen immer wieder Fälle, bei denen 10 oder 20 Jahre später noch Probleme auftauchen.“ Damit sind u.a. falsche Zeugenaussagen gemeint und ebenso Freisprüche aufgrund von DNA-Tests oder andere forensische Untersuchungen, die früher - zum Tatzeitpunkt - unmöglich waren.

Allerdings steht Alcala mit ihrer Meinung allein da, denn keiner ihrer acht Richterkollegen schließt sich ihr an.
Dennoch stimmten alle beteiligten Richter am Mittwoch zu, im Fall von Julius Jerome Murphy das Bowie County Bezirksgericht erneut ermitteln zu lassen, ob bei Murphys damaligem Prozess Beweise seitens der Staatsanwaltschaft zurückgehalten wurden, die für die Verteidiger von Nutzen hätten sein können.

Lesen Sie hier den ausführlichen Bericht:
http://www.mystatesman.com/news/news/state-regional-govt-politics/texas-judge-voices-doubts-on-death-penalty/nrh4r/
(17.06.2016, Chuck Lindell)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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