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03.02.2016 | Todesstrafe und Drogenhandel: Immer mehr Länder weltweit greifen zu der Höchstbestrafung

Während in einigen Ländern die Legalisierung und Liberalisierung von Drogen gefordert wird, steht Drogenhandel in anderen Ländern unter Todesstrafe. Nicht zuletzt führte dies zu einer steigenden Anzahl an Todesurteilen - und: Einer steigenden Anzahl an durchgeführten Exekutionen.

In vielen Ländern ist ein Rückgang an Todesurteilen zu verzeichnen. Erfreulich für Gegner der Todesstrafe: Auch ist eine Kehrtwende bezüglich der Länder zu verzeichnen, welche die Todesstrafe per Gesetz abgeschafft haben oder zumindest keine Todesurteile mehr ausgesprochen haben, wie z.B. in vielen US-Bundesstaaten.

In anderen Teilen der Welt sieht es dagegen ganz anders aus: Die Anzahl an Todesurteilen und Exekutionen erhöhte sich. Einer der Gründe hierfür stellt Drogenhandel, Drogenschmuggel und andere Verbrechen in Zusammenhang mit Drogen dar. Zu diesen Entwicklungen äußerten sich eine Wissenschaftlerin der Universität Oxford sowie ein Rechtsanwalt aus Indonesien, der sich für die Menschenrechte in seinem Land und die Abschaffung der Todesstrafe einsetzt.

In einer gemeinsamen Stellungnahme in der amerikanischen Al Jazeera legen sie ihre Meinungen zu den kontroversen Entwicklungen in Bezug auf die Liberalisierung von Drogen und zugleich erhöhten Strafen im Zusammenhang mit Drogenbesitz in Ländern wie Indonesien dar.

Dem Bericht zufolge gab es im Jahr 1979 weltweit nur 10 Länder, in denen die Todesstrafe als Mittel zur Bestrafung von Verbrechen in Zusammenhang mit Drogen vorsah. 1985 war die Anzahl dieser Länder bereits auf 22 gestiegen. Im Jahr 2000 auf 36. In einigen Jahren wurden Tausende von Menschen wegen Drogenkriminalität hingerichtet, viele davon im Iran, Singapore und China. Hierzu fehlen exakte Daten, da die Todesstrafe als Staatsgeheimnis gilt. Tausende weitere befinden sich in Todestrakten in Asien, dem mittleren Osten und Teilen Afrikas.

In Indonesien wurden im Jahr 2015 insgesamt 14 Gefangene - überwiegend ausländischer Staatsbürgerschaft - erschossen.

Weitere Informationen finden Sie in dem Artikel der Al Jazeera: "No one should be executed for drug offenses" vom 1. Februar 2016. ccg

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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