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12.01.2016 | Zimbabwe: 16 Todestraktinsassen in Zimbabwe fechten juristisch ihre Urteile an

Mindestens 16 zum Tode verurteilte Gefangene in Zimbabwe, welche bereits zwischen vier und 18 Jahren auf ihr Schicksal warten, gehen juristisch gegen ihre Todesurteile vor und fordern zumindest eine Umwandlung der Urteile in lebenlsängliche Freiheitsstrafen.

Mit Hilfe lokaler NGOs (Nicht-Regierungsorganisationen) legten 14 Todestrakt-Insassen Einspruch gegen ihre Todesurteile ein, da nach derzeit gültigem Recht, diese nicht erhängt werden dürften. Die zum Tode Verurteiltten fordern von den Gerichten, dass ihre Urteile in lebenslängliche Haftstrafen umgewandelt werden sollen.

Zwei der Verurteilten haben in gesonderten Verfahren ebenfalls gegen ihre Todesurteile Einspruch eingelegt, da es in Zimbabwe derzeit kein vom Parlament beschlossenes Gesetz gäbe, welches die Bedingungen zum Verhängen von Todesurteilen spezifiziert. Zudem gewähre die Verfassung gemäß „Section 48“ jedem das Recht auf Leben.

In Zimbabwe befanden sich im Jahr 2015 laut Amnesty International 95 Gefangene in Todeszellen. Hinrichtungen fanden jedoch seit 12 Jahren nicht mehr statt. Amnesty forderte im letzten Jahr Zimbabwe auf, einem Moratorium (Hinrichtungsstob) offiziell zuzustimmen und im nächsten Schritt, die Todesstrafe komplett abzuschaffen.

Die bereits über 10 hinrichtungsfreien Jahre waren jedoch bereits ein wichtiger Meilenstein. Im Juli 2015 wandelte Präsident Edgar Lungu 332 Todesurteile in lebenslängliche Freiheitsstrafen um.

Quellen:

jurist.org/paperchase/2016/01/zimbabwe-death-row-inmates-challenge-sentences.php

allafrica.com/stories/201601110821.html

Amnesty International

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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