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07.09.2017 | Alabama: Berufungsgericht gibt Todeskandidaten neue Hoffnung

Das Berufungsgericht des elften Bezirks annullierte kürzlich die Entscheidung eines niederen Gerichtes, das sich gegen eine Klage seitens der Insassen aussprach. Das Berufungsgericht begründete nun, dass nicht alle Belange dee Insassen gehört und berücksichtigt wurden.

Das dreiköpfige Gremium des Bundesberufungsgerichtes beanstandete, dass das Bezirksgericht zuerst einmal das Risiko des aktuell bestehenden Hinrichtungsprotokolls mit der Kombination von drei Medikamenten - mit Midazolam als erstem Medikament - hätte festlegen müssen, bevor es die von den Insassen vorgebrachten Alternativen prüfe.

Midazolam ist ein Sedativum, welches in zahlreichen kontroversen Hinrichtungen verwendet wurde, in Alabama zuletzt bei der Hinrichtung von Ronald Bert Smith Jr., der knapp 15 Minuten nach Luft schnappte, hustete und sich wand.
Seine Hinrichtung war unter anderem auch deswegen umstritten, weil eine Jury bei seiner Verurteilung eigentlich mit 7-5 Stimmen für eine lebenslange Haftstrafe plädierte, der Richter damals aber sein Veto einlegte und das Todesurteil verhängte.

Im April verabschiedete Alabamas Gesetzgebung dann nach einigen Schwierigkeiten ein neues Gesetz, das dem Richter nun die Möglichkeit entzieht, das Urteil der Jury zu überstimmen.

Lesen Sie hierzu auch diesen Bericht!

Quelle:
http://www.washingtonexaminer.com/11th-circuit-breathes-new-life-into-alabama-lethal-injection-challenge/article/2633379
(05.09.2017, Ryan Lovelace)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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