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12.06.2017 | Arkansas: Autopsieberichte zeigen keine Auffälligkeiten

Alle vier Hinrichtungen in Arkansas im April seien problemfrei verlaufen und die Insassen seien komplikationslos gestorben. So lauten die abschließenden Autopsieberichte, die der leitende Leichenbeschauer Dr. Charles Kokes fertigte.

Ledell Lee, Jack Jones Jr., Marcell Williams und Kenneth Williams wurden im April innerhalb von wenigen Tagen hingerichtet, vier von eigentlich geplanten acht Hinrichtungen. Journalisten, die Zeugen der Hinrichtungen waren, berichteten, Kenneth Williams habe „gezuckt, sich aufgebäumt und gehustet“. Kokes erklärte, dies sei der typische Todeskampf.

Arkansas richtet die Insassen mit einer Kombination aus drei Medikamenten hin: Midazolam, um den Häftling zu sedieren, Vecuronium Bromid für die Paralyse der Lungen und schließlich Kaliumchlorid, um das Herz zu stoppen.
Im Labor wurde allerdings nur auf die Wirkung des Midazolams getestet. Scott Braden, der als Pflichtverteidiger häufig Fälle von Todeskandidaten übernimmt, überraschte dieser Fakt.
Erschrocken von Kenneth Williams Reaktionen während der Hinrichtung, forderten er und weitere Anwälte die Bundesrichterin auf, die Blutproben wie auch die Gewebeproben aufzubewahren, um die Untersuchung durch einen eigenen Experten wiederholen zu können. Die Bundesrichterin stimmte zu, bislang ist aber noch nichts geschehen.

Das Midazolam sei während einer Hinrichtung so hoch dosiert, dass es unwahrscheinlich sei, dass der Insasse was spüren würde, so Kokes. Zudem sei es unüblich, bei einer Autopsie nach Vecuronium Bromid zu suchen, da es immer während einer OP eingesetzt würde, um die Bewegung des Zwerchfells zu unterbinden. Kalium, das bei einer Hinrichtung zuletzt eingesetzte Medikament, wird natürlicherweise freigesetzt, wenn Zellen untergehen, so wie es beim Tod der Fall ist. Daher wäre es ebenfalls unpraktisch, danach zu suchen.

Obwohl bei dem Todeskandidaten Jack Greene alle Berufungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind, wurde bislang noch kein Hinrichtungstermin festgesetzt. Auch nicht für andere in Arkansas im Todestrakt befindliche Insassen.
Die Entscheidung über das von Jason McGehee eingereichte Gnadengesuch ist bislang noch nicht getroffen. Gouverneur Asa Hutchinson ist eine Frist bis 1. Dezember gesetzt.

Quelle mit ausführlichem Bericht:
http://www.foxnews.com/us/2017/06/11/arkansas-execution-autopsies-dont-end-debate-over-drugs.html
(11.06.2017, Kelly P. Kissel)




www.intiative-gegen-die-todesstrafe.de

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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