zurück zur Übersicht

16.04.2017 | Arkansas: Staatsanwaltschaft arbeitet an Wiederaufnahme der geplanten Hinrichtungswelle

Fieberhaft arbeitet nun die Staatsanwaltschaft daran, die geplanten aber kürzlich aufgeschobenen Hinrichtungen wiederaufzunehmen.

Nach dem Urteil eines Bundesrichters am Samstag, alle sieben geplanten Hinrichtungen aufzuschieben, will nun die Staatsanwaltschaft unter Leitung der Generalstaatsanwältin Leslie Rutlegde alles Mögliche tun, um die Hinrichtungen doch noch durchzuführen. Berufung wurde beim Gericht des 8. Bezirks eingereicht, das in jüngster Vergangenheit dazu tendierte, Hinrichtungen wiederaufzunehmen.

Insgesamt sollten in einem Zeitraum von zehn Tagen, beginnend mit dem Ostermontag, acht Menschen in Arkansas hingerichtet werden. Bruce Earl Ward, der der erste gewesen wäre, hatte vorab schon einen Aufschub erhalten. Ebenso Jason McGehee.
Den übrigen sechs Insassen wurde die Hinrichtung erspart als am Samstag das Urteil des Aufschubs erteilt wurde.
Die Hinrichtungswelle hatte den simplen Grund, dass das Mindeshaltbarkeitsdatum eines der drei bei Hinrichtungen verwendeten Medikamente - Midazolam - Ende April abläuft.

Das 101 Seiten starke Urteil von Bundesrichterin Kristine Baker enthält ist u.a. darin begründet, dass der geplante Einsatz von Midazolam während der Hinrichtung zweifelhaft sei. Es könne dafür Sorgen, dass der Insasse, bevor er sterbe, starke Schmerzen erleiden könne. Verwiesen wurde auf Fälle in Oklahoma, Alabama und Arizona.

Weiterhin wurde von einem weiteren Richter, Wendell Griffin, eine einstweilige Verfügung erwirkt, die sich auf das zweite zum Einsatz kommende Medikament, Vecuronium Bromid, bezieht. Es dürfe nicht eingesetzt werden, weil die produzierende Firma McKesson Medical-Surgical Klage erhoben habe, in der es heißt, sie hätten nicht gewollt, dass ihr Medikament für Hinrichtungszwecke missbraucht würde. Die Firma sei davon ausgegangen, dass es für Gesundheitszwecke eingesetzt würde und nicht, um einem Menschen das Leben zu nehmen. Griffin gab dem Hersteller recht.

Schauspieler Johnny Depp demonstrierte am 14. April zusammen mit Damien Echols und vielen weiteren Menschen gegen die Vollstreckung der Todesurteile auf den Stufen des State Capitol in Little Rock.

Quelle mit ausführlichem Bericht und weiterführenden Links:
http://www.nbcnews.com/storyline/lethal-injection/arkansas-attorney-general-works-dismantle-execution-roadblocks-n747026
(16.04.2017, Phil McCausland)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

zurück zur Übersicht