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03.07.2017 | Bethany Webb: Wie auch Angehörige von Mordopfern gegen die Todesstrafe sein können

Bethany Webb ist verheiratet und hat zwei Kinder. Sie arbeitet als Expertin für Hypothekendarlehen und als Immobilienmaklerin. Ihre Schwester wurde vor sechs Jahren in einer Massenschießerei in Seal Beach getötet. Dennoch ist Bethany Webb gegen die Todesstrafe.

In einem Zeitungsartikel berichtete sie über ihre Erfahrung und beschreibt ihre Meinung zur  Todesstrafe:
Bethanys Schwester Laura Webb-Elody ist am 12. Oktober 2011 in einer Massenschießerei ums Leben gekommen. Mit ihr starben sieben weitere Menschen. Ihre Mutter wurde ebenfalls verletzt, überlebte aber.

An diesem Tag im Oktober kam der Ex-Mann von Michelle Fournier in den Salon, in dem sie und auch Bethany arbeiteten. Er wollte Michelle bestrafen, erschoss sie und begann dann, willkürlich um sich zu schießen. Anschließend verließ er den Salon, stieg in sein Auto und fuhr fort. Aufgrund einiger aufmerksamer Augenzeugen, konnte er nur wenige Blocks entfernt durch die Polizei gestellt werden. Er gab die Tat zu und bezeichnete später die weiteren Toten als „Kollateralschäden“.

Bethany Webb habe viel über das Strafjustizsystem und die Todesstrafe gelernt. Nichts habe sie dazu veranlasst, ihre Abneigung gegenüber dieser Bestrafungsform zu ändern. Die Todesstrafe sei falsch und unnötig. Sie bringe keinen Frieden für die Opferfamilien, sondern nur noch weiteres Leid.
„Warum soll die Gesellschaft auf einen Tod mit einem anderen antworten? Ich wollte auch, dass dieser Mann für seine Taten bezahlt, er sollte leiden. Aber ich dachte - und denke es noch immer - dass eine lebenslange Haftstrafe ohne Bewährungsmöglichkeit der Gerechtigkeit am nächsten käme.“

Sie wies auch auf die Gefahr hin, dass es möglich sei, dass ein Unschuldiger sein Leben durch die Todesstrafe verliert und keiner genau sagen könnte, dass dies nicht sogar schon geschehen ist. „Wenn wir beim Töten der Schuldigen das Töten von vielleicht Unschuldigen als sogenannte Kollateralschäden akzeptieren, sind wir kein Stück besser als der Mann, der meine Schwester ermordete!“

Den gesamten Artikel in der „Los Angeles Times“ vom 29. Juni können Sie hier nachlesen!

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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