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07.08.2017 | Florida: Neues Medikament im Fokus der nächsten Hinrichtung

Ende des Monats soll Mark James Asay mit einer letalen Dosis dreier Medikamente, die in dieser Form bislang noch nicht verwendet wurde, hingerichtet werden. Gegen diese Tatsache klagt Asay nun.

Marty McClain, der schon über 200 Todeskandidaten vertreten hat und sich nun für die rechtlichen Belange Asays einsetzt, hat Klage gegen das neue Hinrichtungsprotokoll eingereicht, das anstelle des umstrittenen Medikaments Midazolam ein rasch wirkendes Arzneimittel mit dem Wirkstoff Etomidat beinhaltet. Etomidat ist ein Hypnotikum, welches in der Anästhesiologie zur Einleitung einer Narkose verwendet wird. Bei einer Hinrichtung soll es zur Bewußtlosigkeit des Delinquenten führen, bevor zwei weitere Medikamente injiziert werden, die zum einen die Atmung und schließlich das Herz stoppen sollen.
Diese Mischung ist bislang noch bei keiner Hinrichtung verwendet worden. Allerdings - so Duval County Bezirksrichterin Tatiana Salvador - konnte Asay nicht glaubwürdig vorbringen, warum das neue Protokoll unrechtmäßig sei.

Weiterhin beschuldigt McClain den Staat, ihn hintergangen zu haben, als er einem legalen Aufschub seines Mandanten zugestimmt habe, der ihn aber eine Überprüfung beim Obersten US-Gerichtshofes kosten könnte.

Asay war einer der beiden Todeskandidaten, deren Hinrichtung ausgesetzt wurde als der Obersten US-Gerichtshof das Verurteilungsprozedere in Florida für unrechtmäßig erklärt hatte. (Hurst vs. Florida)

Mark Asay wurde 1988 wegen Mordes and Robert Lee Booker und Robert McDowell zum Tode verurteilt.

Sollte die für den 24. August geplante Hinrichtung durchgeführt werden, wäre dies die erste seit über anderthalb Jahren. Im Januar vergangenen Jahres starb Oscar Ray Bolin Jr. durch die Giftspritze.

Quelle mit ausführlichem Bericht:
http://www.tallahassee.com/story/news/2017/08/02/new-lethal-injection-drug-focus-execution-fight/104217432/
(02.08.2017, Dara Kam)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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