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25.09.2017 | Georgia: Opferfamilie möchte Täter begnadigt sehen

Einige Familienmitglieder der Frau, die 1990 erschossen wurde, fordern nun eine Begnadigung für den für diese Tat zum Tod verurteilten Keith „Bo“ Tharpe, dessen Hinrichtung am morgigen Dienstag stattfinden soll.

Heute - am 27. Jahrestag von Jacqueline Freemans Mord - wird Georgias Berufungsgericht über eine mögliche Begnadigung Tharpe's diskutieren. Freeman war Tharpes Schwägerin.
Seine Anwälte beantragten einen Aufschub und die Umwandlung des Todesurteils in eine lebenslange Haftstrafe ohne die Möglichkeit der vorzeitigen Entlassung.

Der Antrag beschreibt Tharpes frühen Kontakt zu Alkohol und Drogen, weiterhin drückt er seine Reue aus.
Als die Jury sich damals für ein Todesurteil entschieden hatte, wussten sie nichts über seine Kindheit, von seiner Drogenabhängigkeit oder seinen „eingeschränkten intellektuellen Fähigkeiten“.
Seine Mutter habe zudem während ihrer Schwangerschaft täglich Alkohol konsumiert. Beide Elternteile tranken exzessiv und Tharpe musste schon als kleiner Junge Alkohol verkaufen und ausliefern. Als er zehn Jahre alt war, konsumierte er selbst schon so viel Alkohol, dass er das Bewusstsein verlor.

Tharpe spreche immer wieder über seine Reue, führe nun ein christliches Leben und helfe sehr gerne anderen Menschen, so seine Anwälte, die ebenfalls einen Antrag eingereicht haben, der sich auf ein Mitglied der damaligen Jury bezieht. Dieses soll sich aufgrund von rassistischen Hintergründen für ein Todesurteil entschieden haben.

Keith Tharpe soll morgen um 19 Uhr Ortszeit in Georgias Diagnostic and Classification Prison in Jackson hingerichtet werden.

Quelle mit ausführlichem Bericht:
http://www.macon.com/news/local/crime/article174863396.html
(22.09.2017, Amy Leigh Womack)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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